Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Sportpolitik

Immer weniger Kinder können schwimmen. Was tun?

3. Dezember 2016 in Innenpolitik, Unterwegs | Keine Kommentare

Jedes Kind soll schwimmen lernen können.

Schwimmen zu lehren geht uns alle etwas an, auch der Staat ist hier in der Pflicht. Denn sich sicher im Wasser bewegen zu können, ist eine Kompetenz, die allen Kindern zu ihrer eigenen Sicherheit und zum Heranführen an sportliche Betätigung ermöglicht werden sollte. 

Schwimmen zu lernen ist in meinen Augen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von Eltern, Schwimmvereinen und Wasserrettungsorganisationen wie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) – Schwimmunterricht ist auch fester Bestandteil der Fachlehrpläne Sport für alle Schularten.

Das Problem ist bekannt

Erschreckende Zahlen: Nach Informationen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) ist es um die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen schlecht bestellt, immer mehr Badeunfälle passieren und die Zahl der tragischen Todesfälle steigt. Ertrinken ist eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern. Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Bayern können nicht oder schlecht schwimmen.

Bei der Vergabe von Schwimmabzeichen liegt Bayern auf dem vorletzten Platz – nur 37 % Prozent besitzen ein Schwimmabzeichen. Mit Erhalt des Jugendschwimmabzeichens in Bronze (Freischwimmer) gelten Kinder und Jugendliche als sichere Schwimmer – dies muss das Ziel des Schulschwimmens sein.

CSU verweigert sich einer Lösung

Die CSU-Regierung ist bei dem Thema seltsam still. Wir Grüne wollten eine Anhörung im Ausschuss für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport durchführen, damit man zusammen mit ExpertInnen von u.a. Schwimmvereinen und Wasserrettungsorganisationen wie der DLRG, LehrerInnen darüber diskutieren kann, was man alles diesbezüglich verändern muss. Doch die CSU lehnte diesen Vorstoß ab. Das ist unverantwortlich.

Denn die Zahlen zeigen deutlich: Es muss dafür gesorgt werden, dass jede Grundschule Zugang zu einem Schwimmbad hat und die Kinder schon in der Grundschule schwimmen lernen. Jedoch beginnt mit der Infrastruktur oft schon das Problem: Es gibt deutlich weniger kommunale Schwimmbäder als früher. Und viele Kommunen können sich auch ein Lehrschwimmbecken nicht mehr leisten. Viele kommunale Schwimmbäder müssen grundsaniert werden, damit die Weiterführung der Bäder überhaupt erst ermöglicht wird.

Deshalb fordern wir im aktuellen Doppelhaushalt die Förderung kommunaler Schwimmbäder wieder in den Förderkatalog des Finanzausgleichsgesetzes aufzunehmen. Denn: Auf dem Trocknen lernt es sich nur schwer schwimmen.

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