Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

Grüne Herbstklausur

Erhalten, was uns erhält: Unsere Moore

23. September 2021 in Anträge und Anfragen, Unterwegs | Keine Kommentare

Moore sind nicht nur Lebensräume gefährdeter Arten und wichtige Wasserspeicher, sondern besitzen auch wichtige Funktionen für den Klimaschutz. Sie speichern gewaltige Mengen Treibhausgase und wirken, so lange sie intakt sind, als CO2-Senke. Mit drei Prozent Mooren an der Landesfläche zählt Bayern zu den moorreichsten Bundesländern. Jahrhundertelang wurden sie zur Gewinnung landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Flächen trockengelegt. Auf unserer grünen Herbstklausur in Fürth unter dem Motto „Unser Wald, unser Wasser, unser Leben“ hat meine Fraktion mit einem Konzeptpapier (PDF) zum dringend notwendigen Moorschutz aufgerufen.

Moore in Bayern fast gänzlich zerstört

Der Prozess der Zerstörung der Bayerischen Moore ist ungebremst. Die Söder-Regierung versagt hier auf voller Linie beim Klima- und Artenschutz. – Katharina Schulze

Mittlerweile wurden 95 Prozent der Moore in Bayern durch Drainagen und Gräben entwässert. Damit kehrt sich aber die Klimafunktion der Moore um, denn durch das Trockenfallen der Moore zersetzt sich der Torf und setzt Klimagase frei.

Aktuell setzen die bayerischen Moore jährlich etwa fünf Millionen Tonnen Treibhausgase frei und damit immerhin sechs Prozent des bayerischen Ausstoßes an Klimagasen. Durch eine Wiedervernässung ließe sich dieser Prozess stoppen.

Bisher erfolgen diese Maßnahmen durch die Söder-Regierung absolut unzureichend. Seit 2008 wurde gerade einmal 0,5 Prozent der bayerischen Moorfläche renaturiert, während die Zerstörung eines Großteils der Bayerischen Moore ungebremst voranschreitet.

Auf der Pressekonferenz bei der Herbstklausur mit meinen MdL-Kolleg*innen Barbara Fuchs, Ludwig Hartmann und unserer Pressesprecherin Lena Motzer.

Wirksame Maßnahmen für Renaturierung notwendig

Was wir jetzt brauchen, sind wirksame Maßnahmen zum Schutz der Moore wie etwa wie die Einrichtung einer Mooragentur, massive Mittelaufstockung für klimaschonende Bewirtschaftung von Mooren und eine schnelle Renaturierung und Wiedervernässung der staatlichen Moore.

Nur so gibt es eine Chance, das Ziel der Klimaneutralität auch bei den bayerischen Mooren bis 2040 erreichen zu können.

Intakte Moore sind CO2-Megaspeicher. Durch eine Renaturierung trockener Moore aktivieren wir diesen Speicher – mit relativ wenig Aufwand erzielen wir einen extrem hohen Ertrag fürs Klima.

Wir müssen das riesige Potenzial unserer bayerischen Moore nutzen und sie zu Klimaschutzgebieten ausbauen. – Katharina Schulze

Grüne Forderungen zum Moorschutz

In unserem Konzeptpapier haben wir wirksame Maßnahmen erarbeitet, die dem Schutz der Moore in Bayern dienen können:

  • Keine weitere Entwässerung von unter Naturschutz stehenden Mooren
  • Fachliche und personelle Unterstützung der Moorrenaturierung durch eine staatliche Mooragentur in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern für ländliche Entwicklung
  • Förderung einer klimaschonenden Bewirtschaftung von landwirtschaftlich genutzten Moorböden (Beweidung, Paludi-Kulturen, Photovoltaik usw.), mit dem Ziel der Beendigung der ackerbaulichen Nutzung von Moorböden
  • Beendigung der landwirtschaftlichen Nutzung und Wiedervernässung der Moore auf staatlichen Flächen bis 2025
  • Unterstützung von Umweltbildungsprojekten, die auf die Bedeutung der Moore hinweisen
  • Beendigung des Einsatzes von Torf an staatlichen Einrichtungen bis 2025
  • Spätestens 2040 sollen alle bayerischen Moore klimaneutral sein

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Konzeptpapier (PDF) zum Moorschutz.


Auf der grünen Herbstklausur unter dem Motto „Unser Wald, unser Wasser, unser Leben“ in Fürth vom 22. bis 24. September 2021 haben wir außerdem ein Konzeptpapier zum Grundwasserschutz sowie ein Konzeptpapier für einen Wald der Zukunft verabschiedet.

Weitere Informationen und Pressebilder zur Klausur finden Sie hier.

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