Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

Schriftliche Anfrage

Verwechslungsgefahr bei Präventionsangebot des Landesjugendamts

19. Dezember 2014 in Anträge und Anfragen, Innenpolitik | Keine Kommentare

In einer Broschüre des Innenministeriums zu „Salafismus – Prävention durch Information“ wird auf die Beratungsstelle „Eltern im Netz“ verwiesen. Wenn man diese Beratungsstelle googelt, ist das erstes Ergebnis eine Seite, deren Inhalte homophob sind. Die Verwechslungsgefahr ist unbestritten – das Innenministerium stuft diese Verwechslungsgefahr laut der Antwort auf die Schriftlichen Anfrage (pdf) als unproblematisch ein.

Verwechslungsgefahr bekannt?

Prävention ist der Schlüssel zum Erfolg, sowohl beim Thema Rechtsextremismus als auch beim Thema Salafismus. Die Bayerische Regierung setzt  momentan auf Repression (z.B. hat sie einen Salafisten aus Kempten ausgewiesen), hat aber auch eine Präventionsbroschüre zum Salafismus herausgegeben. Dort verweist sie auf die Beratungsstelle „Eltern im Netz“ (vgl. Seite 30) .

Googelt man diese Beratungsstelle, erscheint im Ranking bei google an erster Stelle eine Website mit ähnlichem Namen, deren Inhalte homophob sind. Die Bayerische Regierung weiß von dieser Website und der möglichen Verwechslungsgefahr. Es sei aber nichts über den Anbieter der homophonen Seite, noch dessen Ziele, bekannt. Die Seite scheint aber ein „satirische[r] Gegenentwurf (…) zu Erziehungsratgebern“ zu sein – die Behörden fühlen sich nicht zuständig.

Was wird dagegen unternommen?

Nachdem das Problem der Verwechslung unbestritten ist, möchte ich wissen, was die Regierung dagegen unternimmt. Innenminister Hermann schreibt mir, dass das Bayerische Landesjugendamt bereits erreicht habe, dass bei der Seite des Landesjugendamtes im Google Suchergebnis angezeigt wird, dass das Landesjugendamt involviert ist. Daher sei eine Unterscheidung nun einfacher möglich.

Dieser Screenshot verdeutlicht, dass die Verwechselungsgefahr dennoch weiterhin besteht, denn das originale Angebot des Landesjugendamtes wird weiterhin erst an zweiter Stelle bei den Suchergebnissen aufgezählt und der geänderte Titel ist nicht komplett sichtbar.

Screenshot: Google Suche "Eltern im Netz"

Screenshot: Google Suche „Eltern im Netz“

Einen Warnhinweis auf die nachgeahmte Website lehnt die Regierung ab, ebenso wie eine Indizierung der Seite bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.


Alle weiteren Details können Sie der gesamten Schriftlichen Anfrage (pdf) entnehmen. 

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