Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

Grüne Anträge

Starke Feuerwehr der Zukunft

21. April 2021 in Anträge und Anfragen, Im Parlament | Keine Kommentare

Nach der spannenden Expert*innenanhörung zur Situation der Feuerwehreinsatzkräfte in Bayern auf Antrag (PDF) meiner Fraktion haben wir Grüne heute im Innenauschuss ein Antragspaket (PDF) für eine Feuerwehr der Zukunft vorgelegt. Wir wollen die Frauenförderung bei der Feuerwehr vorantreiben, die Ausbildung digitaler und praxisnaher gestalten, dem demographischen Wandel begegnen und klare Bedingungen für Kreisbrandrät*innen schaffen – leider blockieren CSU und Freie Wähler unsere Initiativen für eine starke Feuerwehr der Zukunft.

Antrag (PDF) I – Frauen und Mädchen in die Feuerwehr

Nur ein Prozent der Führungskräfte der Feuerwehren in Bayern ist weiblich. Der Anteil der Frauen bei der Feuerwehr liegt bislang nur bei ca. 10 Prozent (Zahlen von 2019 aus der Bestandsaufnahme zur Situation der Feuerwehren in Bayern).

Frauen machen die Hälfte der Gesellschaft aus – auf ihre Kompetenzen und Fähigkeiten bei der Feuerwehr zu verzichten, ist im Jahr 2021 nicht tragbar. – Katharina Schulze.

Die Staatsregierung muss ein Gesamtkonzept für mehr Mädchen und Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr und in den Berufsfeuerwehren erarbeiten und dem Innenausschuss darüber berichten. Dabei sollen insbesondere Lösungsvorschläge vorgelegt werden, um

  • die Vernetzung zwischen den Feuerwehrfrauen in Bayern zu verbessern (z. B. Mentor*innenprogramm),
  • Frauen innerhalb der Feuerwehr besser sichtbar zu machen (Stichwort: geschlechtergerechte Öffentlichkeitsarbeit),
  • bei den Kommunen und bei jeder Freiwilligen Feuerwehr Ansprechpartner*innen zu schaffen, an die sich Frauen niederschwellig wenden können,
  • Angebote zu schaffen, mit denen sich Führungskräfte und Multiplikator*innen in Fragen der Genderkompetenz weiterbilden können,
  • mehr Frauen als Ausbilderinnen zu gewinnen, um die Fachkompetenz und Sichtbarkeit zu erhöhen,
  • ausreichend Möglichkeiten für Kinderbetreuung bei der Aus- und Weiterbildung an den Feuerwehrschulen zur Verfügung zu stellen,
  • den Übergang von der Jugend- zur Einsatzabteilung durch z. B. Coaching-Systeme für junge Frauen fließend zu gestalten, damit Mädchen nicht die Feuerwehr verlassen.

Antrag (PDF) II – Ausbildungsoffensive mit E-Learning, hybriden Lernformen und Virtual-Reality-Simulationstrainings starten

Nach wie vor ist das Ausbildungssystem im Feuerwehrwesen in Bayern überwiegend präsenzgestützt und auf frontalen Unterricht ausgerichtet. – Katharina Schulze

Selbst erfahrbares E-Learning, hybride Lernformen, aber auch Virtual-Reality-Simulationen, sind – soweit überhaupt vorhanden – noch untergeordnete Elemente der Aus- und Fortbildung in Bayern. Insbesondere in der Taktikausbildung können diese Bausteine jedoch wertvolle Module für eine exzellente Ausbildung darstellen. Bayern kann hier von den Erfahrungen skandinavischer Länder lernen.

Wir fordern die Söder-Regierung auf, ein Konzept zur Reform der Aus- und Weiterbildung im Feuerwehrwesen zu erarbeiten. Dabei sollen insbesondere die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Studium bzw. Berufsausbildung mit der Aus- und Fortbildung im Feuerwehrwesen im Zentrum der Reform stehen und die Digitalisierung der Ausbildung einen Schwerpunkt erhalten.

Antrag (PDF) III – Dem demografischen Wandel entgegentreten, Feuerwehren fit für das nächste Jahrzehnt machen!

Die aktuelle demografische Entwicklung wird auch im Bereich der Feuerwehren spürbar sein. – Katharina Schulze

Im ländlichen Raum sind oft viele Ehrenamtliche in der Jugendfeuerwehr aktiv, ziehen dann aber für Ausbildung oder Studium weg.

Der Feuerwehrdienst konkurriert zudem mit anderen Ehrenämtern. Der gesellschaftliche Wandel bildet sich auch im Lebensalltag der Menschen ab. Eine erhöhte Mobilität und zahlreiche berufliche Anforderungen führen bei den Aktiven zu mehr Fluktuation. Die geforderte Kontinuität im ehrenamtlichen Engagement wirkt zusätzlich abschreckend und kann heutzutage nicht mehr von allen Interessierten gleichermaßen geleistet werden.

Die Staatsregierung muss hier dringend aktiv werden und

  • analysieren, wie sich die demografische und gesellschaftliche Entwicklung in der bayerischen Bevölkerung in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich auf die Personalstärke der Feuerwehren in Bayern je nach Region auswirken wird und
    über diese Ergebnisse dem Landtag zu berichten sowie
  • auf der Basis dieser Ergebnisse Maßnahmen ergreifen, um erwartbaren Defiziten entgegenzutreten und mehr Menschen aus unterschiedlichen Bereichen für den Dienst bei der Feuerwehr zu begeistern sowie das Ehrenamt „Feuerwehr“ niedrigschwelliger zugänglich und attraktiver zu gestalten.

Antrag (PDF) IV – Kreisbrandrät*innen den Rücken stärken durch einheitliches Regelwerk

Derzeit gibt es aufgrund des „Ehrenamtes Kreisbrandrät*in“ verschiedene Modelle, wie eine Kreisbrandrät*in beschäftigt und vergütet werden kann. Die Handhabung ist immer auf die jeweilige Kreisbrandrät*in persönlich zugeschnitten und wird bei den Landratsämtern unterschiedlich ausgestaltet. Die Flexibilität ist einerseits zu begrüßen, andererseits benötigen Kreisbrandrät*innen für die Erfüllung ihrer Aufgabe mehr Unterstützung und Rückhalt durch ein klares Regelwerk, das verbindliche Standards festlegt.

Die Staatsregierung muss Richtlinien entwickeln, wie Kreisbrandrät*innen besser bei der Ausgestaltung und Ausübung ihres Amtes unterstützt werden können. Dies gilt insbesondere für die Stellung im Landratsamt, die Schaffung eines einheitlichen Vergütungsmodells oder Qualifizierungsangeboten.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Antragspaket (PDF) für eine Feuerwehr der Zukunft.

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