Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

Schriftliche Anfrage

Schwimmfähigkeit und Schwimmbaderhalt in Bayern

19. April 2020 in Anträge und Anfragen, Im Parlament | Keine Kommentare

Die Zahl der Badetoten in Bayern ist besorgniserregend, allein 2018 sind 504 Badetote gezählt worden. Immer weniger Kinder und Jugendliche können schwimmen. Die Gründe dafür liegen vor allem in fehlenden Schwimmflächen, langen Anfahrtszeiten zu den Bädern und unzureichendem Schwimmunterricht. Mein Kollege Max Deisenhofer, sportpolitischer Sprecher, und ich haben deshalb die Staatsregierung in einer Schriftlichen Anfrage (PDF) gefragt, was für die Schwimmfähigkeit und den Schwimmbaderhalt in Bayern getan wird.

Das Problem ist der Staatsregierung seit Jahren bekannt

Schwimmen zu können ist eine Kompetenz, die allen Kindern in Bayern zu ihrer eigenen Sicherheit und zum Heranführen an sportliche Betätigungen im und am Wasser ermöglicht werden sollte. Wie eine Expertenanhörung im Bayerischen Landtag im Februar 2018 auf Initiative meiner grünen Landtagsfraktion ergeben hat, sind Eltern, Schwimmvereine und Wasserrettungsorganisationen gemeinsam gefordert. Im Grundschulalter ist es auch Aufgabe der schulischen Bildung und als solche im Lehrplan verankert.

Nach Informationen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft ist es um die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in Bayern und in Deutschland unverändert schlecht bestellt. Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer*innen – sie erfüllen die Anforderungen des Deutschen Jugendschwimmabzeichens in Bronze nicht. Auf diese Fehlentwicklung weisen wir Grüne seit Jahren im Landtag hin.

Schwimmen zu erlernen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Regierung muss hier ihre Verantwortung endlich deutlich stärker wahr nehmen. – Katharina Schulze

Kommmunen finanziell bei der Schwimmbadförderung entlasten

Konkret fordern wir mehr Schwimmflächen für Schulen, Vereine, Wasserrettungsorganisationen und die Bürgerinnen und Bürger. Hier müssen die Kommunen finanziell dringend besser ausgestattet werden. Das 2019 ins Leben gerufene Sonderprogramm „Schwimmbadförderung“ mit einem Volumen von 120 Millionen Euro ist deutlich zu wenig für unsere maroden Bäder und hilft nur den Freibädern. Um unsere 450 sanierungsbedürftigen Bäder zu retten, müssen laut Städtetag insgesamt 1,2 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Unsere Kommunen müssen in der Lage sein, dauerhaft eine Schwimmbadinfrastruktur vorhalten zu können.

Wir wollen, dass die kommunalen Schwimmbäder wieder in den Förderkatalog des Art. 10 Finanzausgleichsgesetzes (FAG) aufgenommen werden. Zudem sollen zusätzliche Mittel zur dauerhaften Förderung kommunaler Schwimmbäder im Rahmen des kommunalen Hochbaus zur Verfügung gestellt werden. Denn: Auf dem Trocknen lernt es sich nur schwer schwimmen.

Schwimmunterricht in der Schule durchführen

Schwimmunterricht muss durchführbar sein, wie das der Lehrplan vorsieht. Es darf kein Abwälzen auf sporadische („Bayern schwimmt“) oder freiwillige Angebote (AGs, Sport nach 1) unter Durchführung gemeinnütziger Organisationen geben. Momentan fehlen den Schulen dafür sowohl die notwendigen (Hallen-)Bäder als auch das Personal.

Für an das Level angepassten Schwimmunterricht (Schwimmer/Nichtschwimmer) braucht es eine zweite Kraft, die aus der Schulfamilie heraus nicht zu gewinnen ist. Diese Aufsicht muss anders als vom FW-Kultusministerium vorgesehen vergütet werden. Unter den bisherigen Umständen entscheiden sich die Sport-Lehrer*innen verständlicherweise für risikoarmen Hallensport statt für den Schwimmsport, der aber Leben retten kann. Ziel muss sein, dass alle Schülerinnen und Schüler in Bayern das Schwimmabzeichen in Bronze erlangen.

Weitere Details entnehmen Sie bitte unserer Schriftlichen Anfrage (PDF).

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