Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Antrag

Pilotprojekt zur lageangepassten Reduzierung der polizeilichen Präsenz bei (Profi-)Fußballspielen

6. Juni 2016 in Anträge und Anfragen, Innenpolitik, Sport | Keine Kommentare

image-10Fußball ist Emotion und Leidenschaft. Die Fans wollen Sicherheit im Stadion, die Mehrheit der Fans fühlt sich sehr sicher. Dennoch sind Fußballspiele in Bayern und Deutschland mit Gewalt konfrontiert. In Bayern steigen die Einsatzzeiten der Polizei bei Bundesligaspielen an. Immer mehr Polizei in und vor Fußballstadien wird nicht die erhoffte Entspannung bringen. Deswegen wollen wir mit diesem Antrag (pdf) lageangepasst die Polizeipräsenz reduzieren.

Sicheres Stadionerlebnis

Wir Grüne wollen eine bürgernahe, demokratische und auch starke Polizei. Die Bayerischen Polizistinnen und Polizisten stehen in ihrem Alltag oft vor großen Herausforderungen, die Kräfte kosten, und einen Überstundenberg verursachen. Ein sicheres Stadionerlebnis ist Aufgabe von Polizei und Fußballvereinen gleichsam.

Wir haben nach dem 1. Grünen Polizeikongress, wo dieses Thema heiß diskutiert wurde, beantragt, ein Pilotprojekt zur lageangepassten Reduzierung der polizeilichen Präsenz bei bayerischen (Profi-)Fußballspielen in der Saison 2017/2018 durchzuführen. Ausdrücklich ausgenommen davon sind Hochrisikospiele.

Seit Jahren steigen die Einsatzstunden der Polizei und auch die Strafverfahren im Umfeld von Fußballspielen der 1. und 2 Bundesliga aber auch bei Drittligaspielen, an. Ein vergleichbarer Pilotversuch in Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, dass weniger Polizei nicht weniger Sicherheit bedeutet. Vielmehr gab es ein gutes Miteinander von Polizei, Vereinen, Fanprojekten und Fanbeauftragten. Aufgrund der positiven Erfahrungen haben die Polizeibehörden in NRW dieses Projekt weitergeführt. Das wäre doch auch für Bayern eine gute Idee!

Das Pilotprojekt zu den Polizeieinsätzen bei Fußballspielen haben alle anderen Parteien (CSU, SPD, Freie Wähler) abgelehnt.

So lief das Projekt in NRW

Im Pilotversuch „Lageangepasste Reduzierung der polizeilichen Präsenz bei Fußballspielen“ des Landes Nordrhein-Westfalen wurde 21,7% weniger Polizeipersonal zu Beginn der Saison 2014/2015 eingesetzt um die Spiele der ersten drei Spielklassen zu sichern. Hochriskospiele waren aus dem Versuch ausgeschlossen; auch bei kritischen Situationen gelang es schnell die nötige Verstärkung ins Stadion zu bringen. Die Fanbetreuung der betreffenden Fußballclubs war in die Planungen einbezogen und konnte durch bauliche Veränderungen im Stadion und durch den vermehrten Einsatz von eigenen Ordnerinnen und Ordnern zu einer Entlastung des Polizeipersonals beitragen.

Der Pilotversuch in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass weniger Polizei im Stadion nicht mit weniger Sicherheit einhergeht und wurde in Nordrhein-Westfalen aufgrund der positiven Erfahrungen durch die Polizeibehörden weitergeführt. Ähnliche Projekte in Bayern würden nicht nur zu der Reduzierung der Belastung der Polizei führen, sondern auch die Selbstverantwortung der aktiven Fanszenen stärken. In Zusammenarbeit von Polizei und Fanclubs kann herausgefunden werden, welche Spiele sich dazu eignen, mit weniger Polizeikräften betreut zu werden.


Weitere Details können Sie unserem Antrag (pdf) entnehmen.

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