Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

Schriftliche Anfrage

Bekämpfung der Verbreitung von Kokain in Bayern

18. Januar 2021 in Anträge und Anfragen, Im Parlament | Keine Kommentare

Der Kokainmissbrauch in Bayern nimmt seit Jahren kontinuierlich zu und belastet zunehmend unsere Krankenhäuser und den Gesundheitssektor, wie eine aktuelle Schriftliche Anfrage (PDF) von mir zeigt. Neben dem Kampf gegen Dealer*innen und Drogenbarone müssen wir deutlich stärker in Präventionsarbeit und Aufklärungskampagnen investieren.

Ambulante und stationäre Behandlungen nehmen zu

Laut meiner Anfrage ist sowohl die Anzahl von Patient*innen, die sich in Bayern aufgrund von Kokainkonsum in ambulanter oder in vollstationärer Behandlung befinden, seit dem Jahr 2015 kontinuierlich angestiegen. 17 Menschen sind 2019 an Kokain verstorben.

Ebenso ist der Bedarf an Suchtberatung gestiegen, im Jahr 2019 haben in Bayern 559 Menschen mit „substanzbezogener Hauptdiagnose“ Kokain Beratungsangebote wahrgenommen.

Wir müssen feststellen, dass es offensichtlich eine große Nachfrage nach Kokain in Deutschland gibt. – Katharina Schulze

Kokainhandel an Organisierte Kriminalität geknüpft

Der Kokainhandel spielt ungeheure Profite in die Kassen von hochkriminellen Organisationen wie z.B. der Mafia. Gleichzeitig bleibt der Schutz von Konsument*innen und Konsumenten auf der Strecke.

Die umfangreichen Beschlagnahmen und Untersuchungen zum Konsumverhalten zeigen, dass wir ein ernstes Problem haben. Wenn extreme Mengen von hochreinem Kokain nahezu geräuschlos durch Europa verschoben werden können, heißt dies, dass wir es im Hintergrund mit sehr mächtigen und hochprofessionellen Strukturen der Organisierten Kriminalität zu tun haben.

Repressive und präventive Maßnahmen zusammendenken

Der Drogenkriminalität kann nur mit präventiven und repressiven Maßnahmen gemeinsam begegnet werden. – Katharina Schulze

Die präventive Seite wird allerdings sträflich vernachlässigt. Wir benötigen ausreichend  personelle und finanziell ausgestattete Aufklärungs- und Hilfsangebote sowie einen wirksamen Jugend- und Gesundheitsschutz. Außerdem müssen genügend stationäre und ambulante Behandlungsplätze für Patient*innen zur Verfügung stehen.

Auf der anderen Seite müssen die Strafverfolgungsbehörden in die Lage versetzt werden, aufwendige Strukturermittlungen gegen hochkriminelle Organisationen im internationalen Drogenhandel durchzuführen. Hierbei muss insbesondere die italienische ‚Ndrangheta stärker ins Visier genommen werden, die den Kokainhandel in Europa dominieren soll. Problematisch ist, dass in der Praxis vor allem die ‚kleinen Fische‘ erwischt werden und Hintermänner oftmals unerkannt bleiben.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte meiner Schriftlichen Anfrage (PDF).

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