Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Inklusion vorantreiben

Zu Besuch beim Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband

20. April 2015 in Aktuelles, Sport, Unterwegs | Keine Kommentare

Inklusion, also die vollständige Teilhabe eines jeden Menschens an der Gesellschaft, betrifft uns alle – jedoch werden insbesondere Menschen mit Behinderung oft benachteiligt. Der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern, kurz BVS, setzt sich dafür ein, den Inklusionsprozess weiter voranzubringen. Ich war beim BVS zu Gast und sprach mit dem Präsidenten über aktuelle Probleme und zukünftige Entwicklungen.

Investitionshindernis Eigenbeteiligung

Katharina Schulze mit Präsident Hartmut Courvoisier

Sportpolitikerin Katharina Schulze mit BVS-Präsident Hartmut Courvoisier

Ein großes Problem ist laut Präsident Hartmut Courvoisier die Projektförderung der Staatsregierung. Hierbei muss der Verband für jede Investition eine Eigenbeteiligung von 10% am Gesamtbetrag selbst stemmen. „Wir würden gerne noch viel, viel mehr machen, können uns das aber durch die Eigenbeteiligung nicht leisten. Das Know-How und die Ideen sind auf jeden Fall da“, so Landesgeschäftsführer Martin Maciejewski. Hier werden von der Politik Grenzen festgelegt, die den Inklusionsprozess ausbremsen. Eine Lösung der Finanzierungsproblematik wäre laut Courvoisier eine institutionelle Förderung, also ein fester jährlicher Förderungsbetrag, der dem Sportverband zur Verfügung stehen würde. Momentan hängt die Umsetzung von Projekten von der Eigenbeteiligung im Rahmen der Projektförderung ab.

Gesprächs- und Aufklärungsbedarf nötig

Bei PolitikerInnen besteht weiterhin dringend Diskussions- und Aufklärungsbedarf: Viele haben zwar eine Vorstellung davon, was der Begriff Inklusion bedeutet. Welche Mechanismen dazu im Hintergrund nötig sind, wissen die meisten jedoch nicht. Auch müssen die Zuständigkeiten der Ministerien weiter ausgebaut werden. Den Hauptanteil tragen momentan Sozialministerium (Inklusions- und Breitensport) und Innenministerium (Leistungssport).

Auch im unmittelbaren Umfeld der Menschen mit Behinderung, etwa bei den Eltern, ist weitere Aufklärungsarbeit notwendig: „Eltern dürfen ihre Kinder nicht wegschließen oder überbehüten und ihnen so den Weg in die Gesellschaft verwehren, sondern müssen ihnen die Aktivität im Sportverein ermöglichen“, so Courvoisier.

Die Zukunft des BVS

Um auch in der breiten Bevölkerung Wissenslücken bezüglich Inklusion zu schließen, plant der BVS eine Online-Plattform einzurichten. Diese soll zum einen das Sprachrohr zu den Menschen ohne Behinderung und zur Politik sein, auf der anderen Seite auch Informations- und Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung, z.B. in Form eines Forums, darstellen.

Der Trend der Mitgliederzahlen des BVS zeigt, dass der Inklusionsprozess Früchte trägt: Immer mehr Menschen mit Behinderung betreiben ihren Sport gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung. Gut für die Inklusion, ein mögliches Problem für den BVS. Sinkende Mitgliederzahlen bedeuten sinkende Einnahmen und somit weniger finanzielle Möglichkeiten für Investitionen. Auch hierzu muss sich die Politik in Zukunft Gedanken machen.

Zum Weiterlesen

–> Hier geht es zur Seite des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern e.V.

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