Katharina Schulze

Grüne Spitzenkandidatin

Gedanken zur #USWahl2016

Wir haben unsere Freiheit, unsere Demokratie von unseren Eltern nur geborgt.

9. November 2016 in Aktuelles, Innenpolitik | Keine Kommentare

So, ich musste jetzt erstmal meine Gedanken sortieren, das Entsetzen und die Traurigkeit über die Wahl von Trump zum US-Präsidenten zulassen, Kopfschütteln dasitzen und im Innenausschuss heut Vormittag unsere Anträge vertreten. Ehrlich gesagt tat das ganz gut, da konnte ich wenigstens etwas tun, denn das Ohnmächtigkeitsgefühl – welches wohl viele gerade fühlen – ist sehr unangenehm.

Gleichzeitig habe ich das Gefühl, es wird von mir als Politikerin erwartet, ich müsste doch jetzt etwas verstärkt tun! Irgendwas Parolenmäßiges sagen, irgendwelche Actionplans aus der Schublade ziehen, irgendwelche Sharepics posten und ein Zeichen setzen!!

Well. Wir müssen feststellen: Er wurde demokratisch gewählt und diese Entscheidung ist zu respektieren. Und trotzdem kann man auch einfach mal festhalten, dass der heutige Tag scheiße ist.

Und vielleicht kann man auch anerkennen, dass es die nächsten Monate für unsere freiheitliche Gesellschaft nicht leichter wird. Es wird härter für Weltoffenheit und Vielfalt zu streiten. Es wird noch wichtiger, für unsere Demokratie zu werben und einzustehen. Es wird noch entscheidender, dass man sich nicht im Klein-Klein verliert – und klar bekommt, wo man einen Kampf wirklich führen muss und wo man lieber die Reihen der demokratisch denkenden Menschen schließt. Es wird noch ausschlaggebender, Solidarität und Unterstützung all denen zu geben, die ausgegrenzt und abgewertet werden.

Ja, ich weiß, das sind alles „große Sätze“. Und man mag sich fragen: Toll, was kann ich konkret machen?! Zynisch werden und sich ins Private zurückziehen, ist glaub ich nicht so zielführend. Die EINE Lösung gibt es auch nicht. Vielleicht sollte man damit anfangen heute erstmal alle Menschen zu umarmen, die einem wichtig sind. Und somit erkennen, dass man nicht alleine ist. Und dann: den Weckruf dieses Mal wirklich annehmen. Vor Ort im Kleinen MultiplikatorIn sein und sich zusammenschließen – und zwar jede und jeder in seiner Funktion und in seinem Bereich.

Denn wir haben unsere Freiheit, unsere Demokratie von unseren Eltern nur geborgt. Und wir haben die verdammte Pflicht, sie zu schützen und zu stärken – damit wir sie irgendwann in gutem Zustand an die weitergeben können, die nach uns kommen.

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