Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

#tampontax

Weibliche Hygieneprodukte nicht länger als Luxusartikel besteuern

12. Juni 2019 in Aktuelles, Im Parlament | 2 Kommentare

In Deutschland zahlen wir auf Tampons, Binden und alle anderen Hygieneartikel für die Menstruation den vollen Mehrwertsteuersatz von 19%. Auf echte „Luxusgüter“ wie Trüffel oder Kaviar wird jedoch nur 7% Mehrwertsteuer erhoben, weil sie als „notwendige Lebensmittel“ gelten. Menstruieren gilt als Luxus, Trüffel aber nicht – diese steuerliche Diskriminierung (im Netz unter dem Begriff #tampontax) muss ein Ende haben! 

Menstruieren ist kein Luxus!

Bildquelle: The Female Company 2019

Im Laufe ihres Lebens menstruiert jede Frau Schätzungen zufolge etwa 500 Mal und verbraucht dabei zwischen 10.000 und 17.000 Tampons oder Binden und gibt somit etwa zwischen 1.500 und 5.000 Euro für Monatshygiene aus – Kosten für Schmerztabletten, Arztbesuche und therapeutische Mittel nicht mitgerechnet. Die Zahlen variieren, aber Fakt ist: Die Periode kostet.

In Australien, Indien, Kanada und vielen anderen Ländern wurde diese ungerechte Besteuerung bereits abgeschafft. In den USA ist sie in konservativen Staaten wie Texas noch in Kraft, während New York oder Minnesota weibliche Hygieneprodukte nicht mehr besteuern.

Ich setze mich dafür ein, dass diese unsinnige Steuer auch in Deutschland abgeschafft wird!

Die Tamponsteuer muss weg. Sie diskriminiert mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung! Neben dem finanziellen Aspekt ist sie auch Ausdruck einer überholten Gesetzgebung – Katharina Schulze

Als die sogenannte Tamponsteuer 1963 im Bundestag beschlossen wurde, waren 36 weibliche Abgeordnete und 499 männliche Abgeordnete stimmberechtigt. Dieser Fall zeigt erneut: Wir brauchen mehr Frauen in den Parlamenten, damit so eine unfaire Gesetzgebung gar nicht erst stattfindet!

Bisher lehnt das Finanzministerium eine Anpassung des Steuersatzes strikt ab. Ich freue mich, dass sich seit Anfang Juni endlich der Petitionsausschuss des Bundestags mit dem Thema befassen muss. Eine Petition zur Senkung der Tampon-Steuer mit aktuell mehr als 170.000 Unterstützer*innen hat das notwendige Quorum von 50.000 Unterzeichner*innen locker erreicht.

Tabuthema Menstruation

Bis heute trauen sich viele Frauen nicht, offen über ihre Periode und ihre Erfahrungen damit zu sprechen. „Erdbeerwoche“ oder „Tante Rosa“ sind nur zwei von unzähligen verniedlichenden oder sogar diskriminierenden Metaphern für die weibliche Menstruation. Auch in der Werbung wird das Thema häufig verzerrt dargestellt – erst 2017 hat ein britischer Hygieneartikelhersteller erstmals einen Werbespot produziert, indem Menstruationsflüssigkeit realistisch (und nicht mit blauer Farbe!) dargestellt wird. Unter den Hashtags #periodpositive oder #menstruationmatters tauschen sich Frauen mittlerweile im Netz offen über ihren Zyklus aus und rücken das Thema Menstruation stärker in den öffentlichen Fokus.

Ich finde es schade, dass über das Thema Menstruation oft nicht offen kommuniziert wird. Warum eigentlich? Es ist etwas sehr Natürliches, wofür sich niemand schämen müssen soll. – Katharina Schulze

Mehr Infos zu diesem Thema findet ihr bei The Female Company. Und hier könnt ihr die Petition zur Senkung der Tampon-Steuer auf change.org unterschreiben.

2 Kommentare

  1. Alles Gut und Schön! Aber was ist mit der vollen MwSt Besteuerung für Medikamente, Babywindeln, Mineralwasser, etc?

  2. Ich finde es unmöglich Tampons und co als Luxusartikel zu versteuern und gehört sofort geändert!

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