Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

München

Vorfahrt fürs Rad!

26. April 2017 in Unterwegs | Keine Kommentare

Katharina Schulze und Dieter Janecek begrüßen die volle Backstage-Halle

Wenn man in Amsterdam oder Kopenhagen im Urlaub ist, gehört Fahrradfahren auf die To-Do-Liste: die breiten Fahrradwege, die vielen RadlfahrerInnen und das tolle Lebensgefühl laden geradezu ein. Warum geht das eigentlich nicht in München? Wie kriegen wir das hin? Darüber haben wir am Montag im Backstage diskutiert.

Berlin & Bamberg: Verkehrswende von unten

Ein Vorbild für München könnte Berlin sein: Dort gab es letztes Jahr ein Volksbegehren für besseren Radverkehr. In zwei Monaten kamen 100.000 Unterschriften zusammen, berichtete Initiator Peter Feldkamp. Letztlich haben sich die rot-rot-grüne Regierung und die Initiatoren des Volksentscheids auf einen Entwurf für ein Radgesetz geeinigt. Die Vision: Null tödliche Unfälle mit dem Fahrrad. Das kann man mit sicheren Radwegen und Kreuzungen erreichen. Auch soll der Radanteil am Gesamtverkehr erhöht werden und Radschnellwege und bessere Parkplätze für Fahrräder stark gefördert werden (mehr dazu hier).

Christian Hader aus Bamberg, der dort das Berliner Volksbegehren auf die kommunale Ebene brachte, betonte die wichtige Rolle von UnterstützerInnen aus der Zivilgesellschaft: Ohne Mitstreiter wie Vereine oder Organisationen ginge sowas nunmal nicht. Momentan läuft dort die Unterschriftenphase des Radentscheids (mehr dazu hier).

Das wünsche ich mir auch für München: Mehr Platz fürs Rad – denn das bringt mehr Lebensqualität, Sicherheit im Verkehr, schützt das Klima, verursacht weniger Lärm, ist billiger und sozial gerechter als Autos oder die Nutzung des MVV.

Mobilität in der Wachstumsregion

München und Umland wachsen jährlich um 30.000 Menschen. 2030 werden 1,8 Millionen Menschen allein in München leben, auch das Umland spürt starken Siedlungsdruck. Für unsere gesamte Infrastruktur, insbesondere für den Verkehr, eine riesige Herausforderung. Schon heute sind unsere Öffentlichen Verkehrsmittel und unsere Straßen am Limit.

Der Bedarf für Radverkehr in und um unsere Stadt ist groß. Unsere öffentlichen Verkehrsmittel sind allesamt auf die Stadtmitte ausgerichtet, es gibt kaum Querverbindungen am Stadtrand oder im Umland. Die Straßen sind überlastet. Gerade an den Rändern der Stadt ist das Potenzial des Fahrrads am höchsten – es kann durch gute Infrastruktur für den Alltag benutzt werden.

Damit immer mehr Menschen aufs Rad umsteigen muss dieses Thema Priorität 1 in der Verkehrspolitik bekommen. Wir müssen Flächen neu verteilen und dem Fahrrad mehr Raum geben. Amsterdam, Kopenhagen, Münster und Bamberg können dazu unsere Vorbilder sein. Mehr dazu im Video:

Fahrradfahren in München: optimierungsbedürftig

Im deutschlandweiten Städteranking des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) schneidet München ganz gut ab: Platz 12 von 38 beim Radverkehr. Da hat unser grüner Fahrradbürgermeister Hep Monatzeder viel erreicht. Seit der GroKo im Münchner Rathaus geht aber nichts mehr voran. Und schaut man sich den Radverkehr international an, kann München nicht mit Amsterdam und Kopenhagen mithalten.

Viele europäische Städte haben in der letzten Zeit ambitionierte Fahrrad-Projekte in Angriff genommen, München leider nicht: zum Beispiel bei der Einrichtung einer Fahrradspur an der Rosenheimer Straße, der Nymphenburger Straße oder der Lindwurmstraße. Oft fehlen Fahrrad-Abstellmöglichkeiten, zum Beispiel rund um den Hauptbahnhof, und seit der Sperrung des Marienplatzes für Fahrradfahrer ist die Innenstadt nicht gerade radfreundlicher geworden. Eine Verbesserung gibt es allerdings: die MVG bietet ihr Leihsystem MVG-Rad mit großem Erfolg seit Ende 2015.


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