Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

Grünes Antragspaket

Wissenschaftliche Untermauerung professioneller Pflege

18. Dezember 2019 in Anträge und Anfragen, Im Parlament | Keine Kommentare

Wir müssen dringend anfangen, Pflege neu zu denken. Wir wollen den Menschen, die in allen Bereichen des Gesundheitswesens 365 Tage im Jahr, 24 Stunden Großartiges leisten, nicht immer nur mit Dank begegnen. Aus diesem Grund habe ich zusammen mit meinem Kollegen Andreas Krahl im Landtag heute unser grünes Antragspaket (PDF) zur wissenschaftlichen Untermauerung professioneller Pflege vorgestellt.

Anforderungen der professionellen Pflege steigen

Es ist ein Manko, dass Bayern über keine universitäre Fakultät für Pflegewissenschaft verfügt. Die Anforderungen in der pflegerischen Versorgung steigen und wandeln sich und brauchen einen neuen Zugang in der Auseinandersetzung mit Problemen und Lösungsfindung. Der demografische Wandel lässt sich nicht mehr wegdiskutieren, die Anzahl an Pflegebedürftigen steigt, der technische Fortschritt und die rasante Entwicklung in der Digitalisierung nehmen enormen Einfluss auf neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, damit auf den Versorgungsprozess und machen auch vor der Pflege nicht halt.

Pflegeberuf momentan unattraktiv

Die professionelle Pflege ist derzeit in vielerlei Hinsicht unattraktiv, sie leidet unter dem Image des Assistenzberufes, wird schlecht bezahlt und verfügt über prekäre Arbeitsbedingungen. Aufgrund der hohen Belastung verweilen viele Kräfte nur kurz im Beruf, die Abbrecher*innenquote in der Ausbildung ist hoch. Es fehlt an gesellschaftlicher Anerkennung, auch mangels politischer Weichenstellungen und Wertschätzung, die Ausübung des Pflegeberufes wird reduziert auf Nächstenliebe.

Pflegeberuf zukunftsfähig reformieren

Wir brauchen zielgerichtete, zukunftsfähige Strukturreformen, die als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Unser Antragspaket soll der Grundstein sein, den Beruf der Pflege zukünftig zu gestalten und damit viele Menschen für den Pflegeberuf interessieren und gewinnen.

Antrag I: Eine universitäre Fakultät für Pflegewissenschaften in Bayern
Wir möchten die Weichen stellen, um Grundlagenforschung in der Pflege voranzutreiben. Dabei sehen wir die Forschung als essenziell an. Wir wollen die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses fordern und fördern und dabei die internationale Vernetzung der Universitäten nutzen. Mit Hilfe der erworbenen wissenschaftlichen Erkenntnisse soll sich die Qualität der Ausbildung steigen. Außerdem fordern wir die Anerkennung des Pflegeberufs als Profession, um Augenhöhe mit anderen medizinischen Berufen herzustellen.

Antrag II: Ein Sofortprogramm zur Schaffung von 1000 Studienplätzen in der Pflegewissenschaft
Die „konzertierte Aktion Pflege“ fordert einen zehnprozentigen Anstieg der Absolvent*innen der Pflegeausbildung. Für Bayern bedeutet das ganz konkret einen Anstieg von 9000 auf 9900 Ausbildungsabsolvent*innen. Ergebnisse vieler internationaler Studien belegen den Zusammenhang von Qualifikation und Pflegequalität –und zwar in der Patientenversorgung, nicht in der Verwaltung. Wir fordern deshalb 1000 Studienplätze in der Pflegewissenschaft.

Antrag III: Förderprogramm für Studierende der Pflegewissenschaft etablieren
Wir wollen mit einem Förderprogramm als Anschubfinanzierung die Möglichkeit eröffnen, zusätzlich zu den drei Jahren Ausbildung zur Pflegefachfrau-/mann, eine akademische Laufbahn beispielsweise in der Forschung einzuschlagen. Gleichzeitig soll damit die Anzahl der Bewerber*innen erhöht werden.

Antrag IV: Stabsstellen der angewandten Pflegewissenschaften in allen Bayerischen Lehrkrankenhäusern
Diese Schnittstelle soll ein Sprachrohr zwischen Theorie und Praxis darstellen. Es soll darum gehen, Handlungsfelder zu Pflegewissenschaft und Praxisentwicklung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und auch die Vernetzung nach außen aufzugreifen.

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