Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Frauentour in München

13. März 2012 in Aktuelles | Keine Kommentare

Zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Beate-Walter Rosenheimer und Doris Wagner, Frauenreferentin der Bayerischen Grünen war ich am Montag, 12.3.2012 auf Frauentour in München. Vernetzung, Austausch und Diskussionen mit Frauenverbänden und –initiativen standen auf dem Programm.

Los ging es mit der Frauenakademie. Die Frauenakademie gibt es schon seit 1984 und ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Sie unterstützt Frauen darin, einen gleichberechtigten Platz in Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit einzunehmen. Uns wurden zwei tolle Projekte vorgestellt: ZAK, ein offenes Mentoringprojekt bei dem Fachfrauen mit langjähriger Berufserfahrung in leitenden Positionen Frauen beraten zu Fragen von beruflichen Einstieg bis hin zu beruflichen Alternativen. Außerdem gibt es noch power-m, dass sich vor allem mit der Perspektive Widereinstieg beschäftigt. Dort werden Frauen empowert und unterstützt nach einer langen (bsp. Pflege- oder Kinder-)Pause wieder ins Berufsleben einzusteigen. Beides sehr spannende und wichtige Projekte – ich war besonders begeistert, wie viele Frauen die Angebote im Jahr annehmen. Bei power-m waren es letztes Jahr rund 1200 Teilnehmerinnen – das zeigt sehr deutlich, dass solche Unterstützung sehr gefragt und benötigt wird.

Katharina Schulze, Doris Wagner, Birgit Erbe, Jagoda Rosul-Gajic, Beate Walter-Rosenheimer, MdB und Angela Birner

Daneben ist die FAM auch Bildungsträgerin und organisiert Tagungen, Veranstaltungen (wie z.B. am 28.3. eine Podiumsdiskussion mit unserer Landesvorsitzenden Theresda Schopper zum Thema „Frauen in Führung: Was bringt sie dorthin? Was hält sie davon ab?“) und unterstützt bei der Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und beim Austausch von Frauen.
Wir hatten einen angeregten Austausch, bei dem wir auch viel über eine feministische Ökonomie und über den heutigen Feminismus gesprochen haben. Auch das Thema Karriere in Teilzeit stand auf dem Programm. Ich habe gleich von unserem Stadtversammlungsbeschluss „Karriere in Teilzeit“ berichtet und wir haben vereinbart, bei dem Thema im engen Kontakt zu bleiben.

Danach ging es zum Verein für Fraueninteressen. Den gibt es sogar noch länger, er wurde 1894 gegründet. Sein Ziel ist es, den Frauen Bildungschancen, gesellschaftliche und staatsbürgerliche Rechte zu schaffen! Ohne Zweifel kann man davon sprechen, dass er das Zentrum der Münchner Frauenbewegung zu dieser Zeit war – dort haben sich alle Aktivitäten und Personen gebündelt. Unter seinem Dach entstanden die erste Rechtsschutzstelle, Berufsberatung und Arbeitsvermittlung für Mädchen und Frauen. Auch heute noch ist er sehr aktiv. Von der Vorsitzenden haben wir einen Überblick über die verschiedenen Projekte, Gruppen und Veranstaltungen bekommen.

Helga Ziegler, Beate-Walter Rosenheimer, MdB, Doris Wagner, Brigitte Rüb-Hering, Katharina Schulze und Christa Weigl-Schneider

Der Verein für Fraueninteressen ruft bei den Kommunalwahlen immer dazu auf, dass Frauen Frauen in den Stadtrat wählen sollen – eine tolle Initiative wie ich finde. Blickt man auf den Münchner Stadtrat so ist dort die Macht immer noch nicht gleich verteilt: 32 Frauen kommen auf 48 Männer. Wäre schön, wenn sich das 2014 bei der Kommunalwahl deutlich ändern würde!

Die letzte Station war kofra (kommunikationszentrum für frauen zur arbeits- und lebenssituation e.V.). 1982 hat sich kofra e.V. als autonomes Selbsthilfeprojekt gegründet. Dort können Frauen ihre Interessen selbst in die Hand nehmen und in den Räumen Treffen und Veranstaltungen abhalten, außerdem gibt es eine Hilfestellung zur Bildung von Selbsthilfe- und Arbeitsgruppen. Auch organisiert kofra immer wieder interessante Veranstaltungen. Dort entspannte sich eine interessante Diskussion über das Thema sexuelle Gewalt. Wir gingen auf das Thema K.O.-Tropfen in München ein. Dort hat sich die Münchner Polizei in letzter Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Bei kofra in der Baaderstraße

Kofra arbeitet im Moment auch aktiv an dem Thema Pornofizierung mit einer Aufklärungskampagne für junge Frauen. Beim nächsten Arbeitskreis Frauen am 30.4. um 18:30 Uhr in der Stadtratsfraktion der Grünen wird das auch ein Thema sein, ich freue mich schon, dass Angela Firmhofer den Leitfaden zur Anti-Pornofizierungs-Kampagne vorstellen wird. Alle Frauen sind herzlich eingeladen zu kommen! Es war sehr interessant und aufschlussreich mit den engagierten Frauen von kofra über die vielen Dinge, die wir noch anpacken müssen, zu sprechen.

Am Ende war für uns drei wieder mal klar: Ohne die vielen engagierten Frauen, die sich in den unterschiedlichen Verbänden und Strukturen für gleiche Rechte der Frauen, gegen Diskriminierung, Sexismus und Gewalt kämpfen, wären wir noch lange nicht so weit. Aber gleichzeitig wurde wieder deutlich: Es gibt noch viel zu tun bis zu einer gleichberechtigten Gesellschaft – packen’s wir an!

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