Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Anhörung im Landtag

Wie kann man islamistische Radikalisierung verhindern?

23. Oktober 2015 in Aktuelles, Innenpolitik | 3 Kommentare

Der Innenausschuss hat diese Woche mit ExpertInnen darüber gesprochen, warum sich Menschen bis zur Gewaltbereitschaft radikalisieren können und was man dagegen tun kann. Fazit: Prävention, Prävention, Prävention.

Kurz und knapp: Alles über dieses Thema im Video

Auch bayerische Islamisten auf dem Weg zum IS

Die Zahl der Salafisten in Bayern ist innerhalb der vergangenen fünf Jahre von 130 auf 600 gestiegen. Rund 700 bis 800 Menschen haben sich deutschlandweit auf den Weg gemacht den „Islamischen Staat“ (IS) im syrisch-irakischen Grenzgebiet zu unterstützen. Zwei Drittel der Betroffenen ist in Deutschland geboren, nur 50% haben einen Migrationshintergrund. Damit ist klar, dass dieses Problem uns alle angeht und alle Familien treffen kann.

Die Gründe für die Radikalisierung sind vielfältig: besonders gefährdet sind Jugendliche mit psychischen, ökonomischen oder sozialen Problemen. Besorgniserregend ist zudem der Trend, dass die Radikalisierung immer schneller erfolgt und die Zielgruppen immer jünger werden.

Was tun? Prävention, Prävention, Prävention

Die ExpertInnen betonten, dass es sich bei den Betroffenen oft um theologische Analphabeten handele, denen der Salafismus vermeintlich einfache Lösungen für komplizierte Fragen anbietet. Hier sind religiös fundierte Gegenantworten erforderlich. Eine sinnvolle Präventionsarbeit kann also nur mit Einbindung der muslimischen Community erfolgen. Man war sich einig, dass es sich bei diesem Problem um eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung handelt, der mit einer Investitionsoffensive in nachhaltige Präventionsarbeit begegnet werden muss: Wir benötigen Hilfestellung für Lehrerinnen und Lehrer an Schulen, zum Erkennen von und Umgang mit Radikalisierungstendenzen der Schülerinnen und Schüler. Außerdem brauchen wir eine stärkere finanzielle Unterstützung für schulische und außerschulische Programme zur Demokratieförderung.

Besonders betroffen macht mich, dass rund 20% der nach Syrien Ausreisenden Personen weiblich sind und diese Zahlen weiter steigen. Es ist Zeit für ein spezielles Programm, um gefährdete Mädchen anzusprechen, die sich mit völlig falschen Vorstellungen in die Hände der Terroristen des IS begeben.

3 Kommentare

  1. Demokratieförderung – dafür bin ich auch. Das wird wohl nur nach dem Erwerb der deutschen Sprache passieren. Für die Zeit davor bräuchten wir Materialien in den Sprachen der Herkunftsländer. Ich habe kein staatliches oder privates Angebot gefunden, aus dem der Neuangekommene sich über unsere demokratischen Regeln informieren kann. Schade.

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