Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Schriftliche Anfrage

Alkoholmissbrauch in Bayern

14. August 2017 in Anträge und Anfragen, Innenpolitik | Keine Kommentare

Zusammen mit meinem Kollegen, dem gesundheitspolitischen Sprecher Ulli Leiner, habe ich eine Schriftliche Anfrage (PDF) zum Thema Alkoholmissbrauch in Bayern gestellt. Die Ergebnisse sind erschreckend und alarmierend.

Die Sterbefälle durch alkoholbedingte Krankheiten sind unverändert hoch, vor allem Männer zwischen 45 und 64 Jahren sind betroffen. Mit großem Abstand zu anderen Bezirken verzeichnet Oberbayern die meisten alkoholbedingten Sterbefälle. Die CSU-Regierung rechnet mit 12 000 Todesfällen wegen Alkoholkonsum jährlich in Bayern.

Auch die Zahlen des Alkoholmissbrauchs sind hoch: 17,4% der Erwachsenen, darunter insbesondere Männer im Alter von 18 bis 64 Jahren. 270 000 Personen in Bayern sind als alkoholabhängig einzustufen. Es gibt zwar Präventionskampagnen der CSU-Regierung wie z.B. „Schwanger? Null Promille!“ und „Starker Wille statt Promille“, jedoch gibt es davon praktisch keine Evaluation.

Dabei ist massiver Alkoholkonsum auch ein Sicherheitsproblem. Im Jahr 2016 wurden 614 520 Straftaten-Fälle in Bayern registriert, unter Alkoholkonsum wurden 41 430 Straftaten begangen. 36,4% der Gewaltdelikte werden unter Alkoholeinfluss begangen (7 684 Tatverdächtige in 2016). Auch deutlich mehr PolizistInnnen (in machen Regierungsbezirken um mehr als im Vergleich zum Vorjahr) wurden von Tätern unter Alkoholkonsum angegriffen als im Jahr 2015. Männer sind als Täter in der Überzahl, insbesondere im Alter zwischen 30 – 40 Jahren.

Im Jahr 2015 waren ca. 75 % der Krankenhausfälle aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen alkoholbedingt. Der Anteil der alkoholkranken Menschen an den insgesamt im Maßregelvollzug untergebrachten PatientInnen im Jahr 2016 ist 15,9% (Anstieg im Vergleich zum Jahr 2015 um 1,6 %).

Die Zahl der bei Alkoholunfällen getöteten und verletzten Personen im Autoverkehr ist gegenüber 2015 in allen Bezirken außer Oberpfalz und Oberfranken angestiegen. Die Zahl der Kinder sowie der 65-99-Jährigen, die dabei ums Leben kamen, ist auf einem traurigen Rekordniveau.

Es ist alarmierend, dass es kaum Alkohol-Präventionskampagnen der CSU-Regierung gibt. Massiver Alkoholkonsum ist gesundheitsgefährdend. Deswegen muss die Prävention für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol ausgebaut werden. Wichtig ist, dass Prävention auch zielgruppenspezifisch angegangen wird. Wir brauchen in Bayern auch dringend ein besseres Angebot an Alkohol-Präventionskampagnen, die sich dem Thema Alkohol und Gewalt widmen. Was die CSU-Regierung hier bisher geliefert hat, ist unzureichend und gefährdet nicht zuletzt auch die Gesundheit derer, die uns vor Gewalt schützen sollen: unsere PolizistInnen.


Die gesamten Anfrage von Ulli Leiner und mir, samt Antwort der CSU-Regierung, kann man hier nachlesen (PDF).

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