Katharina Schulze

Grüne Spitzenkandidatin

Podiumsdiskussion

Real-Medial-Digital: Gleichstellung in Bayern

6. August 2018 in Unterwegs | Keine Kommentare

Gleichstellung in Medienbetrieben, Unternehmen, Politik und Gesellschaft, ein Herzensthema von mir, wurde bei einer Podiumsdiskussion im Landtag beleuchtetet. Mein Fazit: Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen treffen, dass Frauen wie Männer im Bereich der Medien auf gleichberechtigte Chancen treffen und sich individuell entwickeln können. Gleichberechtigung ist ein Gebot, das endlich umgesetzt gehört. Mit Freiwilligkeit werden wir nicht weiterkommen. Wir fordern daher verbindliche Quoten und paritätische Besetzungen der Gremien.

Frauen in die IT-Branche

Der Frauenanteil in der IT-Branche ist besonders niedrig. Wir möchten Frauen unterstützen, die ein Unternehmen gründen wollen. Geschlechtergerechtigkeit soll ein Förderkriterium in GründerInnenzentren in Bayern werden. Die digitale Arbeitswelt macht eine andere Organisation der Arbeit möglich. Acht Stunden Arbeit am Tag, 40 Stunden Arbeit in der Woche – dieses Arbeitszeitmodell wird künftig weiter an Bedeutung verlieren.

Stattdessen bieten sich mehr Möglichkeiten für Familie, Pflege, Ehrenamt oder den eigenen Interessen nachzugehen. Gerade in der digitalen Arbeitswelt arbeiten viele Selbständige unter prekären Bedingungen und sind aufgrund geringer und unregelmäßiger Einkünfte schlecht gegen Risiken wie Krankheit und Arbeitslosigkeit abgesichert. Wir Grüne wollen unternehmerische Initiative, Start-Ups und Selbständigkeit fördern und streben deshalb eine bessere Absicherung in den Sozialsystemen an.

Frauen in die Medienbranche

In der Medienbranche arbeiten Frauen selten in führenden Positionen. Focus hat einen Frauenanteil von nur 9% Frauen in leitender Funktion und die Süddeutsche Zeitung von 26%. In Fernsehen und Film sieht es da leider nicht besser aus. Nur 23% der Drehbücher werden von Frauen geschrieben, nur in 21% der Produktionen führen Frauen Regie und nur 14% sind Produzentinnen. Um diese Situation zu verbessern, soll bei Auftragsvergabe, insbesondere aus öffentlicher Förderung, auf eine gleichmäßige Verteilung zwischen Männern und Frauen geachtet werden.

Natürlich muss die Gender-Pay-Gap im Medienbereich geschlossen werden. Im Rundfunk- und dem Medienrat sitzen auch nach der Novelle des Bayerischen Rundfunk- und Mediengesetzes gerade einmal ein Viertel Frauen, da sich die CSU einer wirksameren Frauenquote für die Aufsichtsgremien verweigert hat. Die Folge: Tag für Tag werden so über Film und Fernsehen weiterhin frauenfeindliche Rollenbilder und Schönheitsideale zementiert.

Podiumsdiskussion von Media Women Connect mit Angelika Knop, Katharina Schulze, Lilian Edenhofer, Micky Wenngatz, Tina Pickert und Sissi Pitzer | Foto: Beatrix Boutonnet

Digitalisierung in Schulen und Weiterbildung

Die Digitalisierung muss selbst Thema im Unterricht werden: Medienkompetenz, sicherer Umgang mit Daten und digitale Selbstorganisation sind wichtige Bildungsziele für die digitale Gesellschaft. Die digitalen Medien bieten ein neues didaktischpädagogisches Potenzial für den Bereich des individualisierten Lernens. Dafür müssen die Basics stimmen: die Breitbandversorgung, moderne IT-Ausstattung, IT-ManagerInnen, die sich darum kümmern und ein gutes System für die Schulverwaltung. Wir Grüne möchten ein neues Fach ‚Digitalkunde‘ einführen um unsere Kinder besser auf die Herausforderungen der digitalen Zukunft vorbereiten.

Mit einem Weiterbildungsgesetz wollen wir allen ArbeitnehmerInnen ermöglichen fünf Tage im Jahr eine Bildungsfreistellung zu nutzen und so ein lebenslanges Lernen fördern. Wir wollen die Herausbildung eines digitalen Prekariats vermeiden, weshalb wir strengere Regelungen zur Eindämmung von Scheinselbständigkeit und prekären Beschäftigungsverhältnissen sowie faire Vergabekriterien bei Werkverträgen und Bieterverfahren der öffentlichen Hand fordern.

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