Katharina Schulze

Grüne Spitzenkandidatin

Praktikum im Landtag

Politik ist auch nur menschlich

14. November 2016 in Gegen Rechts, Innenpolitik, Unterwegs | Keine Kommentare

Katharina Schulze und Leander Hirschsteiner

Leander Hirschsteiner hat mich eine Woche als Schülerpraktikant begleitet und ein paar Eindrücke von seiner Woche zusammengeschrieben:

Obwohl ich mich seitdem ich denken kann für Politik interessiere, schien die Spezies der Politiker immer schwer zu begreifen, irgendwie glitschig, fast mystisch. Das hat sich durch mein Praktikum im Landtag noch mal deutlich geändert. 

Vor acht Jahren, ich war zehn Jahre jung, besuchte meine Grundschulklasse einmal das Rathaus der 20.000-Seelen Gemeinde, in der ich damals wohnte. Und es kam uns allen gigantisch vor. Hier wurde ganz große Politik gemacht. Und der Bürgermeister wies uns auch noch höchstselbst durch den Olymp unserer kleinen Welt.

Bei der abschließenden Fragerunde raffte ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte die Personifikation Zeus’ Angesicht zu Angesicht: „ Herr Bürgermeister, wie finden sie Barack Obama?“ So banal und ungenau diese Frage auch war, so stolz bin ich heute darauf, dass ich sie gestellt habe: sie löste die irrationale, doch beklemmende Furcht, der nette Bürgermeister, sinnbildlich für andere PolitikerInnen wäre ein nicht-menschliches, unnahbares Wesen. Eine Projektion aus den Nachrichten.

US-Wahl & PolitikerInnen unter sich

Acht Jahre später, eine Nacht vor der Wahl des Nachfolgers oder erstmals der Nachfolgerin ebenjenes US-Präsidenten, saßen nun Katharina Schulze und ich im Auto eines MdLs einer anderen Partei. Wir waren auf dem Rückweg von einer abendlichen Podiumsdiskussion im oberbayerischen Land. Die Fahrweise der Kollegin ließ uns allerdings kurzzeitig auch nochmal den Gedanken hochkommen, ob es nicht schlauer gewesen wäre, wie auch bei der Hinfahrt, mit der weniger gut beheizten und weniger komfortablen Bahn zu fahren. So aber kreuzten wir abenteuerlich durch Nacht und Herbstwind über die Autobahn in Richtung München, während sich im Inneren des Autos eine echt herzliche Unterhaltung entwickelte. Und das obwohl man sich öffentlich noch vor einer halben Stunde argumentativ duellierte.

Natürlich haben auch PolitikerInnen ein Bedürfnis nach Nähe und Zustimmung, An diesem Abend konnten wir dann noch hoffnungsvoll auf die US-Wahl-Party gehen. Aber schon am nächsten morgen ist man übermüdet und deprimiert wegen der Niederlage der Lieblingskandidatin und schaut bang in eine ungewisse Zukunft.

PolitikerInnen sind auch ganz normale Leute

Das alles liegt unfassbar nah beieinander. Das alles ist menschlich. Das alles ist Politik. Und die kam mir in der letzten Woche deutlich näher. Der Gedanke, nächste Woche nicht mehr ins Maximilianeum zu kommen, scheint mir extrem fremd, obwohl ich das nur eine Woche gemacht habe. Dennoch wird es mir nicht schwer fallen: Denn ich habe gelernt, dass die achso groß scheinende Politik jedem Menschen nahe liegt, wenn man denn will. Eben weil sie nicht von Außerirdischen, sondern von Menschen wie Dir und mir gemacht wird!

Danke Katha, dass du so offen bist, so „normal“ bist und deine Botschaft genau so nach außen trägst! Danke auch an die Grüne Fraktion und alle MitarbeiterInnen, dass ihr mich so freundlich aufgenommen habt!

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