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Organspende ist Herzenssache

3. Juni 2016 in Innenpolitik, Unterwegs | Keine Kommentare

© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), KölnMorgen ist der Tag der Organspende. Da geht es um ein Thema, dass mir echt wichtig ist. Ich habe seit vielen Jahren einen Organspende-Ausweis. Damit kann man, im Fall der Fälle, Leben retten.

Richtig. Wichtig. Lebenswichtig

Immer noch warten 10.000 Menschen in ganz Deutschland auf eine Transplantation, da geht es bei vielen ums nackte Überleben. Nur für knapp ein Drittel von ihnen wird es ein Spendeorgan geben. Der Tag der Organspende am 4. Juni soll seinen Beitrag zum Leben retten leisten und stellt gleichzeitig mit dem Aufruf „Entscheide dich“ die Organspende als Herzenssache in den Mittelpunkt.

Es geht bei diesem Aktionstag nicht nur um nüchterne Zahlen, sondern auch um die Schicksale dieser Menschen und ihrer Familien. Es gibt Hoffnung, Freude und Dankbarkeit auf der einen, Abschied, Trauer, Hilfsbereitschaft und natürlich Nächstenliebe auf der anderen Seite.

Organspendeausweis: Ja oder Nein?

Umfragen zeigen, dass viele Menschen sich noch nicht für oder gegen einen Organspendeausweis entschieden haben, weil sie sich mit dem Thema nicht auseinandersetzen. Es ist ja auch ein schwieriges Thema, dass die ethischen Vorstellungen und die Privatsphäre von jedem/r berührt.

Nachdenken. Drüber reden. Entscheiden. (© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln)Grundsätzlich, dass zeigen die Zahlen, sind 7 von 10 Deutschen bereit, ihre eigenen Organe nach dem Tod zu spenden. Das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Aber: Falls es keinen Organspendeausweis gibt müssen die Angehörigen diese schwierige Entscheidung im Ernstfall übernehmen. Im Organspendeausweis kann man das Einverständnis zur Organspende entweder generell erteilen, oder man kann es auf bestimmte Organe oder Gewebe einschränken oder einer Organspende komplett widersprechen. Man kann auf dem Ausweis auch eine Person benennen, die im Todesfall benachrichtigt werden soll.

Transplantationszentrum in Großhadern besucht

Letzte Woche habe ich Prof. Meiser getroffen, den Leiter des Transplantationszentrums im Klinikum Großhadern (München). Er hat aus seinem Alltag berichtet, dass es immer noch viel zu wenig Spendeorgane und Organspendeausweise gibt und mir von den Regelungen in anderen EU-Ländern zur Transplantation erzählt: dort gilt das sogenannte Widerspruchslösung. Das heißt, dass erstmal jedeR als OrganspenderIn gilt, aber alle jederzeit widersprechen können. Dazu kommen natürlich umfangreiche Infokampagnen und persönliche Beratung durch ÄrztInnen. Dadurch haben viele andere Länder es geschafft, den Pool an potenziellen SpenderInnen enorm zu vergrößern – und können natürlich viel mehr Leben retten. Das finde ich ist echt eine gute Sache.

Außerdem sprachen wir über den Alltag von Transplantationsärzten und der nötigen Verwaltung dahinter: es gibt an Kliniken Transplantationsbeauftragte, die müssen wir besser ausstatten. Sie haben oft nicht genug Zeit für ihren schwierigen Job, denn sie müssen Angehörige beraten, und eine Transplantation in die Wege leiten, usw. Wie man sich vorstellen kann muss das ja schnell gehen.

Noch Fragen zur Organspende?

Alle, die noch Fragen zur Organspende und Transplantation haben, erhalten auch am Tag der Organspende, also morgen, von 9 Uhr bis 16 Uhr individuelle Antworten über das Infotelefon Organspende unter der kostenlosen Nummer 0800/90 40 400. Das Infotelefon Organspende ist ansonsten von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 18 Uhr erreichbar. Ein qualifiziertes Team beantwortet Fragen zur Organspende und Transplantation. Der Organspendeausweis sowie kostenlose Infomaterialien können telefonisch oder per E-Mail an infotelefon@organspende.de bestellt werden.


© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

Ihre Entscheidung wird nirgends registriert und kann formlos geändert werden, indem ein neuer Ausweis ausgefüllt wird. Deshalb geht es auch total einfach.

Hier gibt es den Organspendeausweis zum Download (pdf).

Hier kann man den Organspendeausweis kostenlos per Post bestellen. 

Zum Weiterlesen: Im Blog Organspende_Geschichten finden Sie nicht nur Informationen, sondern vor allem Geschichten über Leben und Weiterleben. Mit Worten und Bildern. Stimmen und Gesichtern. Selten gestellten Fragen. Und Menschen, für die Organspende jeden Tag ein Thema ist.

Bildrechte: © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

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