Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Landtag

Nach EU-Entscheidung: Nationales Glyphosat-Verbot durchsetzen!

29. November 2017 in Im Parlament | Keine Kommentare

CSU für Bayer statt für Bayern: das Glyphosat muss vom Feld und vom Teller!

Nach dem Alleingang des CSU-Landwirtschaftsministers Schmidt bei der neuerlichen Zulassung des Ackergiftes Glyphosat stellen wir Landtags-Grünen klare Forderungen an die CSU-Regierung. In seinen teils hilflosen Rechtfertigungsversuchen hat der Minister angekündigt, sich national für einen restriktiven Umgang mit Glyphosat einzusetzen. Diese Doppelzüngigkeit soll einer verstehen!

Glyphosat-Ausstieg, damit Böden, Wasser und Gesellschaft nicht länger vergiftet werden

In unserem Dringlichkeitsantrag (PDF) für die heutige Landtagssitzung fordern wir deshalb den Einsatz der CSU-Regierung für ein nationales Verbot von Glyphosat. Diese Entscheidung kann jedes EU-Mitglied eigenständig treffen und da sollten wir mindestens mit unserem Nachbarland Frankreich Schritt halten, das ja ein Verbot binnen drei Jahren schon angekündigt hat. Die CSU hat unseren Antrag natürlich abgelehnt.

99,6% aller Deutschen haben Glyphosat im Urin, das hat eine Feldstudie der Heinrich-Böll-Stiftung gezeigt (mehr dazu). Ich finde, bei Glyphosat darf es kein Weiter-So geben. Da fast jeder von uns das Pflanzengift im Körper hat, heißt für mich ganz klar, dass es von unseren Äckern und unseren Tellern verschwinden muss. Wie könnte es ohne Glyphosat weitergehen? Das zeigt diese Arbeit des landwirtschaftsnahen Julius-Kühn-Institus (PDF). Daneben gibt es sehr viele Entwicklungen, die als Alternative zu Glyphosat aufgebaut werden, aber sich erst rechnen wenn es verboten wird. Die gesundheitlichen Folgen von Glyphosat sind umstrittener denn je.

Umwelt- und Verbraucherschutz wurden hier mit Füßen getreten. Für die CSU zählen offensichtlich einzig und allein die Interessen des Weltkonzerns Bayer und nicht die der Bürgerinnen und Bürger in Bayern. Der Konzern Bayer strebt derzeit die Übernahme des Glyphosat-Herstellers Monsanto an – eine kartellrechtliche Prüfung steht jedoch noch aus.

Wir Grüne setzen uns seit unserer Gründung für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Wir wollen, dass auch unsere Kinder und Enkel noch Bienen, Schmetterlinge, Käfer und bunte Wiesen bewundern können. Dies wird vor allem durch eine immer intensivere Landwirtschaft gefährdet. Mit freiwilligen Vertragsnaturschutzprogrammen kann dieser Trend nicht aufgehalten werden. Wir brauchen eine neue Agrarpolitik, die auf Qualität statt billige Produkte für den Weltmarkt setzt und die Umwelt, Natur, Wasser und Klima schützt. Mehr dazu in unserem Konzeptpapier Landwirtschaft (PDF).

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