Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

Rede zur „Aktuellen Stunde“

Frauenrechte in der Corona-Krise stärken

16. Juli 2020 in Im Parlament | Keine Kommentare

Die Corona-Krise ist nicht geschlechtsneutral. Frauen sind wesentlich stärker von ihr betroffen als Männer, das zeigen alle Daten und Statistiken. Sie leisten den Großteil der bezahlten und unbezahlten Sorgearbeit für unsere Gesellschaft und gehen gleichzeitig als soziale und wirtschaftliche Verliererinnen aus der Pandemie hervor. Der Grund ist einfach: Wir leben immer noch in keiner gleichberechtigten Gesellschaft und das spüren wir noch stärker während einer Krise. In meiner Rede zur „Aktuellen Stunde“ im bayerischen Landtag habe ich deutlich gemacht: Frauen verdienen mehr!

Bedürfnisse von Frauen wurden hintenangestellt

Die Bedürfnisse von Frauen in der Krise interessiert die Männer in der Regierungspositionen herzlich wenig, gerade auch hier in Bayern: Markus Söder hat lieber über Geisterspiele in der Bundesliga gefachsimpelt, während er Spielplätze noch geschlossen ließ. Es wurde endlos über Abwrackprämien gesprochen, anstatt ein durchdachtes Konzept  für die Betreuung und Beschulung von Kindern zu entwickeln.

Die Staatsregierung zahlt lieber den Pflegekräften eine kostenlose Brotzeit pro Tag, anstatt eine bessere und angemessene Bezahlung der Care-Berufe zu erreichen. – Katharina Schulze

Wenn wir Grüne nicht immer wieder die feministischen Themen nach vorne gestellt hätten, wäre in dem Bereich noch viel weniger von der Regierungskoalition verändert worden.

Bayern zum ersten gleichberechtigten Bundesland machen

Traurig, aber wahr: Im Jahr 2020 herrscht in unserer Gesellschaft immer noch die stillschweigende Erwartung, dass die Frau im Krisenfall schon einspringt , und Homeoffice mit Homeschooling jongliert, unbezahlte Care-Arbeit und Betreuung leistet und ihre Arbeitszeit reduziert.

Das reicht jetzt!

Ich will, dass Bayern das erste gleichberechtigte Bundesland wird. – Katharina Schulze

Und dafür müssen jetzt die Weichen gestellt und die Strukturen geändert werden, die die bestehende Ungleichheiten verstärken. Dazu gehört: Die Hälfte der Macht gehört den Frauen. Ich bin überzeugt: Die Entscheidungen der Expertengremien und Regierung in dieser Pandemie wären anders ausgefallen, wenn zur Hälfte Frauen mit am Tisch gesessen hätten.

Von Applaus kann niemand leben

Vom Applaus um 19 Uhr für die Beschäftigten im Care-Sektor kann niemand die Miete zahlen. Außerdem war der Applaus heuchlerisch kurz – die Held*innen sind ja immer noch im Einsatz, aber von den Regierenden scheinbar schon wieder vergessen! Jetzt müssen  die Rahmenbedingungen geändert werden: Bessere Bezahlung, Arbeitsbedingungen und mehr Mitsprache!

Es braucht außerdem passgenaue Konzepte für die Betreuung der Kinder. Herr Piazolo hat sich den Award für den untergetauchten Kultusminister verdient. Keine klare Kommunikation, ein ständiges Durcheinander für Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen. Bayern braucht ein klares Konzept und kreative Lösungen, sodass die Betreuung von Kindern und die Bildungsgerechtigkeit beim Leben mit der Pandemie gewährleistet sind.

Auf ins feministische Zeitalter!

Die Krise wirkt wie eine Lupe, durch die wir Ungerechtigkeiten noch deutlicher erkennen können. Ich erwarte jetzt, dass diese Ungerechtigkeiten nicht nur verbal benannt werden, sondern dass sie tatkräftig beseitigt werden.

Diese Krise ist nicht geschlechtsneutral. Frauen brauchen und verdienen mehr. Auf ins feministische Zeitalter! – Katharina Schulze

Meine Rede im Plenum:

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