Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Diskussion im Neuen Maxim

Frauen in der Filmbranche: da geht mehr

29. November 2016 in Unterwegs | Keine Kommentare

Femmes Totales: Diskussion über Frauen in der Filmbranche

Wussten Sie, dass nur gut ein Fünftel der deutschen Kinofilme von Regisseurinnen insziniert wird, obwohl 42% der FilmhochschulabsolventInnen in Regie Frauen sind? Auch in der Filmbranche sind Frauen nicht mit Männern gleichgestellt. Darum hab ich gerne bei der tolle Filmreihe Femmes Totales mitgemacht! Nach einem Film über starke Frauen haben wir im Kino mit dem Publikum über die Wichtigkeit von gesetzlichen Regelungen, Solidarität und Feminismus diskutiert.

Stellenwert Frauen in der Filmförderung

Die Film- und Fernsehschaffenden sind für die bayerische Kulturwirtschaft ein sehr wichtiger Faktor. In der Metropolregion München hat der Filmbereich in den Jahren 2013/14 einen Umsatz von 2,2 Mrd. Euro erreicht – das waren 30% der Umsätze der gesamtdeutschen Filmindustrie.

Im Jahr 2015 unterstützte der FilmFernsehFonds mit rund 31 Mio. Euro neue Projekte, über 18 Mio. Euro davon sind Mittel des Freistaats. Auch künstlerisch sind die bayerischen, geförderten Produktionen erfolgreich und gewinnen längst nicht nur bayerische Preise. Dass vieles in der Filmförderung gut funktioniert, heißt jedoch nicht, dass nicht es noch etliches zu verbessern gilt.

Gleichstellung und Nachhaltigkeit in der Filmbranche

Die Transparenz bei der Vergabe von Fördermitteln und insbesondere hinsichtlich der Rückflüsse dieser Förderungen bei erfolgreichen Filmen ist in jedem Fall ausbaufähig. Die Filmförderungsanstalt legt diese Zahlen offen. Auch die Besetzung der Vergabegremien des FilmFernsehFonds ist dringend zu reformieren. Urheberinnen und Urheber werden dort nicht angemessen repräsentiert und der Frauenanteil bleibt dem Gutdünken der entsendenden Institutionen und Unternehmen überlassen.

Der Entwurf für das neue bayerische Filmförderungsgesetz sieht vor, dass alle Gremien künftig mit 50% Frauen zu besetzen sind. Wir werden uns dafür einsetzen, dass eine entsprechende Regelung auch beim FilmFernsehFonds Bayern eingeführt wird. Doch eine Frauenquote allein für die Gremien ist längst nicht ausreichend. Frauen sind im Filmbereich bislang sehr stark unterrepräsentiert – insbesondere bei Fernsehfilmproduktionen der öffentlich-rechtlichen Sender. Hier stehen die Sender und die Rundfunkräte in der Verantwortung, Frauen im Bereich der Regie und Produktion gezielt zu fördern. Unser Mitglied im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks wird auch künftig weiter darauf drängen, dass sich dieses Missverhältnis endlich ändert.

Die Förderung durch den FilmFernsehFonds stellt in der Öffentlichkeit ein Qualitätssiegel für den Film dar, der auf dieser Grundlage entsteht. Deshalb fordern wir Grünen, dass der FilmFernsehFonds neben der prospektiven Beurteilung potenzieller künstlerischer und kommerzieller Qualitäten des einzelnen Filmprojekts auch berücksichtigt, wie der Film entsteht. Filmförderung hat eine soziale Verantwortung und darauf zu achten, dass sowohl die Dreharbeiten als auch die Produktion fair und nachhaltig sind. Die Förderrichtlinien müssen garantieren, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geförderter Projekte angemessen bezahlt werden und die Filmindustrie unsere Umwelt und natürlichen Ressourcen schont.

Und natürlich wollen wir die Filmförderung nicht nur nach künstlerischen und kommerziellen Qualitäten bewerten und verteilen. Es geht uns auch darum wie ein Film entsteht, also ob die Produktion und die Dreharbeiten fair und nachhaltig sind, ob es Kinderbetreuungsmöglichkeiten etc. gibt.

Danke nochmals an Monika Kijas für die Einladung! Mir hat die Diskussion mit dem Publikum und Euch echt Spaß gemacht.

Femmes Totales

Satu Siegemund und Monika Kijas (Women in Film and Television), Marget Run von Pro Quote Regie – und Katharina Schulze, begeisterte Kinogängerin

 

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