Katharina Schulze

Fraktionsvorsitzende

Beim BVMW

Die Zukunft unserer Wirtschaft ist nachhaltig

21. Februar 2019 in Unterwegs | Keine Kommentare

Katharina Schulze beim BVMW in Nürnberg

Mitte Februar habe ich vor knapp 200 Mittelständlern in Nürnberg verdeutlicht, wie wir Grüne Ökonomie und Ökologie zusammenbringen und welche Herausforderungen und Chancen wir sehen. Ein spannender Austausch über Digitalisierung, Transformation und Klimaschutz!

Auf Einladung des BVMW Nordbayern, dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft, durfte ich neben Dr. Dr. Cay von Fournier als Keynote- Sprecherin beim BVMW Jahresauftakt im Nürnberger Uhrenhaus Sandreuth sprechen.

Wir leben in Zeiten, in denen vermeintliche Selbstverständlichkeiten nicht mehr selbstverständlich sind. Zeiten, in denen man Menschlichkeit, die Stärkung der Demokratie, Solidarität und Toleranz und die Europäische Union, die für all das steht, aktiv verteidigen und ausbauen muss. Sie dürfen als Bürgerin oder Bürger erwarten, dass Menschen in politischen Führungsverantwortung die Zukunft gestalten und nicht den Status Quo verwalten. Das gilt natürlich auch für die Wirtschaftspolitik. Ich sehe es als originäre Aufgabe von PolitikerInnen an, die Lage im Land zu kennen und kreative, zukunftsorientierte Lösungen für die Menschen anzubieten und umzusetzen. Beim BVMW habe ich dies anhand der Bereiche Klimaschutz und Digitalisierung ausgeführt.

Zukunftsfähiges Wirtschaften ist nachhaltig

Es leben in Bayern viele Menschen, die verstehen, wie ernst die Lage unseres Planeten ist. Das klingt vielleicht pathetisch, aber die nächsten zehn bis 15 Jahre entscheiden, ob es uns gelingt, die Überhitzung des Erdklimas auf 1,5 bis zwei Grad zu beschränken.

Der Markt ist ein genialer Mechanismus: Er organisiert Arbeit und wirtschaftliche Aktivität, er schafft für eine Menge Menschen (zuletzt auch in vielen Entwicklungsländern) Wohlstand und er ist Treiber für Innovation und Fortschritt.

Andere Ergebnisse unserer Wirtschaftsweise sind: Klimakrise, Artensterben, Schadstoffe in den Städten und Plastikmüll in den Weltmeeren. – Katharina Schulze

Manche rufen nach radikalen Antworten. Ich persönlich würde es eher Disruption nennen, denn wir brauchen disruptive Geschäftsmodelle, die Industrie, Verkehr oder Finanzmarkt endlich ökologisch gestalten, damit sich umweltschädliches Wirtschaften schlicht nicht länger lohnt.

Genau diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen wir Grüne: Klimaschutz ist auch Wirtschaftspolitik. Klimaschutz ist auch Sicherheitspolitik. Klimaschutz ist auch Sozialpolitik. Deshalb muss der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen oberste Maxime unseres politischen Handelns sein. Das sind wir nicht nur den nachfolgenden Generationen schuldig, sondern auch den Menschen, die jetzt schon hier auf der Erde leben.

Wir freuen uns über alle, die dabei mitmachen und ihren Teil dazu beitragen! Wir müssen aber leider auch feststellen, dass die aktuelle Regierung in Bayern anders priorisiert und sich die Verbindung von Ökonomie und Ökologie nicht als Ziel setzt.

Volles Haus bei Katharina Schulzes Keynote beim BVMW in Nürnberg

Zukunftsfähiges Wirtschaften ist digital

Wenn ich UnternehmerInnen treffe, dann kommt die Sprache (neben fehlenden Fachkräften!) immer auf das Thema Digitalisierung. Ob wir wollen, dass Algorithmen und digitale Technologie unser Leben durchdringen, das können wir nicht mehr entscheiden. Aber wir können den Prozess steuern und die Rahmenbedingungen setzen.

Wir Grüne wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen und die Risiken minimieren. Unser Ziel ist es, dass die Digitalisierung zu mehr Lebensqualität für alle führt. Dieses Ziel erreichen wir nicht, wenn wir der technologischen und ökonomischen Entwicklung einfach ihren Lauf lassen. Der Markt bringt Angebot und Nachfrage zusammen. Für Selbstbestimmung, Freiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sorgen,  müssen politische Rahmenbedingungen gesetzt werden. Digitalisierung ist ja kein Selbstzweck, sie verbessert im Idealfall das Leben von Menschen.

Dabei läuft uns aber die Zeit davon: Während wir hier darüber diskutieren, ob wir einen Glasfaseranschluss in jedes Haus brauchen (… ja, brauchen wir!) befinden wir uns längst in einem Wettbewerb der Systeme: das aggressive staatskapitalistische Modell Chinas und den Daten-sammelnden Tech-Konzernen aus den USA.

Gleichzeitig können wir alle die langfristigen Folgen der Digitalisierung für den Arbeitsmarkt nicht seriös abschätzen. In der digitalen Ökonomie ist nicht mehr in erster Linie gefragt, Vorhandenes zu perfektionieren, sondern Neues zu entwickeln. Zu einer neuen Kultur gehört im digitalen Zeitalter auch, Mut zu honorieren, nicht nur Erfolg. So muss dann aber auch die Wirtschaftsförderung gestaltet sein. All diese Entwicklungen führen dazu, dass sich Schulen und Ausbildungsstätten stark verändern müssen.

Ich bin überzeugt: mit der Digitalisierung kann Bayern Motor des Fortschritts bleiben. Angetrieben mit erneuerbaren Energien, motivierten Fachkräften aus aller Welt und schnellem Netz. – Katharina Schulze

Ich bedanke mich bei Edgar Jehnes, dem Leiter des BVMW Nordbayern, für die Einladung nach Nürnberg und die vielen spannenden Gespräche im Rahmen dieses Abends!

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