Aktuelle Stunde der Landtags-Grünen am morgigen Dienstag, 9.6., im Plenum
„Fossile Energie ist ein Sicherheitsrisiko mit Preisschild. Jede Ölkrise, jeder Gaspreissprung, jeder geopolitische Konflikt zeigt: Wer Bayern weiter an Öl und Gas kettet, macht Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen verletzlich. Wir wollen raus aus der fossilen Kostenfalle – rein in die Freiheitsenergien. Sonne, Wind, Speicher, Biogas, Wasserkraft und grüner Wasserstoff machen Bayern unabhängiger, bezahlbarer und stärker“, erklärt Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen.
„Unabhängig. Bezahlbar. Bayerisch. Freiheitsrevolution aus Steckdose und Speicher“ – so lautet daher der Titel der Aktuellen Stunde der Landtags-Grünen am Dienstag, 9. Juni 2026, im Bayerischen Landtag. Die Landtags-Grünen machen darin deutlich: Bayern braucht jetzt eine Energiepolitik, die Menschen entlastet, Unternehmen Planungssicherheit gibt und die Abhängigkeit von fossilen Importen konsequent beendet.
Katharina Schulze: „Freiheit beginnt heute an der Steckdose. Wenn die Sonne mittags Strom im Überfluss liefert, darf dieser Vorteil nicht an der Strombörse verpuffen oder durch Abregelung verloren gehen. Dann muss er bei den Menschen ankommen – als kostenloser Mittagsstrom für Haushalte und Unternehmen. Das ist Energiewende zum Anfassen: E-Auto laden, Wärmepumpe laufen lassen, Produktion planen – und direkt im Geldbeutel spüren, dass die Sonne für Bayern arbeitet.“
Die Antwort der Landtags-Grünen lautet deshalb: mehr bayerische Energie aus Sonne und Wind, mehr Speicher, mehr intelligente Netze, mehr Flexibilität – und mehr Wertschöpfung im eigenen Land. Schon 2021 waren dem Ausbau und der Nutzung erneuerbarer Energien in Bayern 58.410 Arbeitsplätze zugeordnet. „Wir wollen, dass aus bayerischer Sonne bayerische Stärke wird“, so Katharina Schulze. „Nicht Milliarden für fossile Importe, sondern Investitionen in Handwerk, Mittelstand, Landwirtschaft, Industrie und Kommunen hier bei uns.“
Martin Stümpfig, Sprecher für Energie und Klima der Landtags-Grünen, erklärt: „Wir sind in der zweiten Phase der Energiewende. Jetzt reicht es nicht mehr, nur Anlagen zu bauen. Jetzt müssen wir Strom speichern, steuern und dann nutzen, wenn er sauber und günstig vorhanden ist. Grüner Wasserstoff für die Industrie, Batteriespeicher für Überschüsse und flexible Biogasanlagen für Dunkelflauten – das ist das Rückgrat einer sicheren, klimaneutralen und bezahlbaren Energieversorgung.“
Die Landtags-Grünen fordern, das erste grüne Wasserstoffkraftwerk nach Bayern zu holen. Wasserstoff-Sprinterkraftwerke sollen den Einstieg in eine flexible, klimaneutrale Versorgung der bayerischen Industrie beschleunigen – weg von importabhängigen Erdgaskraftwerken, hin zu eigener Wasserstoff-Infrastruktur.
Zugleich wollen die Landtags-Grünen kostenlosen Mittags-Solarstrom ermöglichen, wenn im Sommer besonders viel Solarstrom produziert wird und die Börsenstrompreise stark fallen oder negativ werden. Bis zu drei Stunden täglich sollen Haushalte und Betriebe entlasten und Anreize schaffen, Strom dann zu nutzen, wenn er sauber und im Überfluss vorhanden ist – etwa für Wärmepumpen, E-Autos, Speicher oder industrielle Prozesse.
„Es ist absurd: Wir erzeugen sauberen Strom und schalten ihn ab, weil Netze und Regeln nicht hinterherkommen“, sagt Martin Stümpfig. „Ein Grünstromspeicher muss speichern dürfen, wenn eine Anlage wegen Netzengpässen abgeregelt wird. Strom aus Sonne und Wind wegzuwerfen, während Menschen hohe Rechnungen zahlen, ist energiepolitischer Irrsinn. Bayern braucht Speicher statt Stillstand.“
Auch beim Solarausbau sehen die Landtags-Grünen dringenden Handlungsbedarf. Bayern ist Sonnenland – doch gerade in Städten, auf Mehrfamilienhäusern und bei Mieterstrommodellen bleiben große Potenziale ungenutzt. Die Landtags-Grünen fordern deshalb, die Einspeisevergütung für kleine Photovoltaikanlagen bis 25 Kilowatt nicht abrupt zu beenden, sondern insbesondere bei Geschosswohnungsbau und Mieterstrom verlässlich zu erhalten. Ein Förderstopp, wie ihn Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, würde ausgerechnet dort bremsen, wo noch viel Solarkraft auf die Dächer kann.
Darüber hinaus sollen Solartankstellen entlang bayerischer Autobahnen und Staatsstraßen entstehen – mit Solarstrom, Batteriespeichern und intelligenter Ladeinfrastruktur. Bestehende Flächen entlang der Straßen und staatliche Liegenschaften müssen dafür konsequent geprüft und genutzt werden.
Eine zentrale Rolle spielt auch Biogas. Martin Stümpfig: „Wer Versorgungssicherheit will, darf die rund 2.700 bayerischen Biogasanlagen nicht austrocknen lassen. Biogas ist der Notstrom aus der Region: verfügbar, wenn Wind und Sonne Pause machen. Deshalb brauchen wir bessere EEG-Ausschreibungsbedingungen, mindestens 1.500 Megawatt Ausschreibungsvolumen für Biomasse in den Jahren 2027 und 2028 und eine Flexibilisierung, die diesen Namen verdient.“
Martin Stümpfig weiter: „Wer jetzt weiter Milliarden in fossile Abhängigkeiten steckt, verwaltet die Vergangenheit, statt die Zukunft zu gestalten. Bayern kann mehr: Sonne auf den Dächern, Wind auf den Höhen, Speichertechnologie im Mittelstand, Biogas auf den Höfen und Industrie, die grünen Wasserstoff braucht. Das ist die bayerische Freiheitsrevolution – aus Steckdose und Speicher.“