Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

In München unterwegs

Pfennigparade: Gelebte Inklusion

8. Februar 2016 in Aktuelles, Unterwegs | Keine Kommentare

Die Stiftung Pfennigparade ist mit über 2.500 Angestellten und Betreuten Münchens größter Träger im Bereich der Fürsorge für Menschen mit Behinderung. Stiftungsziel ist seit über 60 Jahren die Bildung, Betreuung und Förderung von körperbehinderten Menschen. Dabei stehen Integration in die Gesellschaft und die Förderung eines selbstbestimmten Lebens im Mittelpunkt.

Am Freitag besuchten Stadträtin Jutta Koller und die Bezirksausschussmitglieder Peter Walny und Ulrike Sengmüller und ich die Bildungseinrichtungen der Pfennigparade. Wir waren zu Gast beim Phoenix Förderzentrum und den Ernst-Barlach Schulen in München.

Laura Geißler, Marvin Roß, Beate Höß-Zenker, Katharina Schulze, Ulrike Sengmüller, Peter Walny und Jutta Koller sprachen über die integrative Kraft des Sports.

Laura Geißler, Marvin Roß, Beate Höß-Zenker, Katharina Schulze, Ulrike Sengmüller, Peter Walny und Jutta Koller sprachen über die integrative Kraft des Sports.

Selbstständigkeit von Anfang an

Zum Konduktiven Förderzentrum Phoenix gehören neben einer Grund- und Mittelschule auch eine Heilpädagogische Tagesstätte. Geschäftsführerin Beate Höß-Zenker erklärte uns, dass dort Kinder mit und ohne Behinderung nach “konduktiv-integrativem” Vorbild zusammen unterrichtet und gefördert werden. Das bedeutet, dass ein guter Rhythmus zwischen Pädagogik und Therapie gefunden wird, der Fokus liegt auf der Ausgewogenheit zwischen schulischen und spielerischen Elementen, die über den Tag verteilt werden. Spielen, Sport und Lernen im Wechsel. Die Pfennigparade bemüht sich seit Jahren darum, einen Studiengang für Konduktoren (Berufsbild aus Ungarn, das Pädagogik und Therapie miteinander in sich verbindet, Infos unter www.konduktorenverband.de) in Bayern einzurichten, was nun hoffentlich bald an der Evangelischen Hochschule Nürnberg in Verbindung mit einem grundständigen Heilpädagogikstudium realisiert wird.

Besonders beeindruckt hat mich die moderne Ausstattung der Schule, die perfekt an die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet ist. Beispielsweise können die Holzstühle mit Sprossenlehnen nicht nur zum einfacheren und komfortablen Sitzen genutzt werden, sondern auch für Sportübungen. An diesen Stühlen kann man sich auch gut vom Rollstuhl aus hochziehen oder ihn gleich als Gehhilfe benutzen. Ähnlich funktionieren Sprossentische, die keine durchgehende Fläche haben, sondern aus Sprossen bestehen, an denen sich die Kinder festhalten können. Der absenkbare Boden des Schulschwimmbeckens kann ebenfalls an die aktuellen Anforderungen angepasst werden.

Emoki: Sport für alle

Laura Geißler stellte uns das Projekt Emoki-Kids vor: Es bietet Kindern mit und ohne Behinderungen ein besonders geeignetes und vielfältiges Sportangebot wie Kanufahren im Sommer oder Skibobfahren im Winter, aber auch Breitensportarten wie Basketball oder Klettern. Leider ist die Finanzierung des kompletten Projekts seit 2014 nicht mehr gesichert, da die Unterstützung von Aktion-Mensch ausgelaufen ist. Es wäre schön, wenn dieses Vorzeigeprojekt weiter exisitieren könnte – denn dort geschieht gelebte Inklusion.

Ein echtes Miteinander in der Schule

Rondell_Ernst-Barlach-Schule_Katharina_Schulze_Gruene_Muenchen_pfennigparadeUnsere zweite Station waren die Ernst-Barlach Schulen in Schwabing. Hier gibt es eine integrative Grund-, Mittel-, Real- und Fachoberschule, in denen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen unterrichtet werden. Dort gab uns der Geschäftsführer Günther Raß eine eindrucksvolle Führung durch das moderne und gut durchdachte Schulgebäude. Das Haus ist rund angelegt und die Aula erinnerte mich an die Kuppel des Bundestags – und man kommt auch im Rollstuhl ohne den Lift benutzen zu müssen in die obersten Stockwerke. So geht barrierefreie Architektur! Durch die unterschiedlichen Schultypen an den Ernst-Barlach Schulen wird es den Kindern ermöglicht, ihre komplette Schullaufbahn an einem Ort mit einem gewohnten Umfeld zu absolvieren.

Günther Raß zeigte uns die Ernst-Barlach-Schulen.

Günther Raß zeigte uns die Ernst-Barlach-Schulen.

Es ist großartig zu sehen, wie selbstverständlich die SchülerInnen hier ein gemeinsames Miteinander leben. An den Bildungsstätten der Pfennigparade werden Integration, Toleranz und Solidarität jeden Tag sichtbar. Für die grandiose Arbeit und die Chance einen Einblick zu bekommen möchte ich mich bei Frau Höß-Zenker und Herr Raß herzlichst bedanken!

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