Katharina Schulze

im bayerischen Landtag

Wählen einfacher machen

Leichte Sprache auf dem Wahlzettel: abgelehnt

8. März 2016 in Aktuelles, Anträge und Anfragen, Innenpolitik | 2 Kommentare

In einer Demokratie sollen alle wahlberechtigten Menschen mitmachen können. Daher muss wählen so einfach wie möglich sein. Wir fordern, dass es in Bayern Wahlunterlagen in Leichter Sprache gibt – so wie in Bremen. Wenn es nach uns geht, würden alle die gleichen Wahlbenachrichtungen und Stimmzettel  bekommen, nur einfacher formuliert und gestaltet. Die CSU will das nicht. 

Leichte Sprache heißt, dass auch Menschen mit Lernschwierigkeiten die Wahlunterlagen verstehen können. Wahlunterlagen in Leichter Sprache sind eine wichtige Voraussetzung für die politische Teilhabe von Menschen mit Lernbeeinträchtigungen oder geistiger Behinderung.

Unsere Idee ist ein toller Beitrag zur Inklusion. Der Bayerische Landtag nutzt für seine eigenen Medien schon Leichte Sprache, beispielsweise bei einer Broschüre und auf der Landtags-Homepage. Und trotzdem hat die CSU unseren Antrag auf Wahlunterlagen in Leichter Sprache im Landtag krachend abgelehnt, obwohl Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) auch Vorsitzende des Landesverbandes Lebenshilfe Bayern ist, welcher seit langem für Leichte Sprache kämpft.

Was wir genau vorhaben erkläre ich im Video

Was ist Leichte Sprache und wie funktioniert das?

Leichte Sprache sichert letztlich das in der UN-Konvention, Artikel 29, verbriefte „Recht und die Möglichkeit, zu wählen und gewählt zu werden“. Auch Menschen mit begrenzten Deutschkenntnissen oder mit einer Lese- und Schreibschwäche profitieren von der Verwendung Leichter Sprache. Analphabetinnen und Analphabeten werden faktisch von den Wahlen ausgeschlossen, da ihnen das Lesen des Wahlscheins nicht möglich ist.

Wir Grüne sind überzeugt, dass alle Menschen davon profitieren, wenn die Inhalte des Wahlvorgangs einfach dargestellt sind – und damit auch unsere Demokratie. Wir fordern deshalb Wahlunterlagen in Leichter Sprache auch bei bayerischen Landtags- und Bezirkstagswahlen, Volks- und Bürgerentscheiden sowie Kommunalwahlen.

Für Leichte Sprache gibt es feste Regeln: Jeder Text in leichter Sprache muss nämlich erst das Okay von einem Mensch mit Lernschwierigkeit bekommen. Auf so einem Stimmzettel würde dann beispielsweise stehen:

Wahlzettel in Leichter Sprache (Beispiel Bremen)

Außerdem würde man neben dem Namen der Partei auch ein buntes Logo sehen – ich finde, man kann auch darüber diskutieren, die Fotos von KandidatInnen abzudrucken.

Mehr Informationen über Leichte Sprache

2 Kommentare

    • Herzlichen Dank für den Tipp! Ich arbeite bereits an einem Leichte-Sprache-Bereich auf meiner Homepage. Liebe Grüße, Katharina Schulze

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